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Ronny Ziesmer: Botschafter im Handbike
Der querschnittgelähmte frühere Turner Ronny Ziesmer hält beim Berlin-Marathon mit seinem Handbike durch - und träumt jetzt von den Paralympics.
21.09.09
Das Gute an Ronny Ziesmers neuem Sport ist das Ziel. Wenn er es erreicht, dann weiß er, dass er es wirklich geschafft hat und muss nicht noch auf die Übungen seiner Konkurrenten warten. Außerdem ist er am Sonntag im Ziel schon erwartet worden von seiner Freundin, die ihn gleich mit einem Kuss empfing. Als Belohnung, den ersten sportlichen Wettbewerb seit fünf Jahren gemeistert zu haben.

Der ehemalige Turner Ronny Ziesmer ist bei den Handbikern angekommen, nach 2:09:22 Stunden. Ein routinierter Begleiter fuhr mit ihm über die Strecke, der 63 Jahre alte Paralympics-Sieger Heinrich Köberle. Mit ihm wechselte sich Ziesmer beim Windschattenfahren ab, ganz am Ende aber ließ Köberle Ziesmer vorfahren. „Physisch war die Belastung kein Problem, aber vom Kopf her ist die Strecke eine Herausforderung. Die schlimmste Minute meines Lebens war die letzte Minute vor dem Start“, sagte Ziesmer.

Der Sinngehalt eines Marathons, dass jeder im Ziel ein Sieger ist, betrifft Ziesmer ganz besonders. Seit einem Trainingsunfall in der Olympiavorbereitung 2004 ist er von der Halswirbelsäule an abwärts gelähmt und kann nur noch ganz wenige Bewegungen ausführen, etwa den Arm anwinkeln. So kann er auch die Kurbel des Handbikes bedienen. Seine Geschichte hat auch die Zuschauer an der Strecke interessiert, sie jubelten ihm zu, und der 30 Jahre alte Ziesmer sagte: „Es jagt einem der Schauer über den Rücken, wenn man an den vielen Zuschauern vorbeifährt.“

Es ging ums Meistern des Marathons, 42,195 Kilometer durchzuhalten, aber Reiner Pilz, der die Rollstuhl- und Handbikewettbewerbe organisiert, wollte dennoch Ziesmers Leistung bewerten: „Er ist eine Zeit gefahren, die ich ihm gar nicht zugetraut hätte. Ich hatte eher mit drei Stunden gerechnet.“ Der schnellste Handbiker Torsten Purschke war am Sonntag nach 1:05:47 im Ziel.

Pilz sieht Ziesmer jetzt als neuen Botschafter dieser Sportart. „Das ist gut für uns, wenn ein so prominenter Athlet hier mitfährt.“ Das Handbike ist nun jedenfalls Ziesmers wichtiges Sportgerät. Erst in den vergangenen Jahren kam das Handbike groß heraus. „Es ist das ideale Sportgerät für die Masse“, sagt Heinz Frei, Paralympics-Sieger und Weltmeister im Handbike, der aber den Berlin-Marathon wieder im Rollstuhl gewonnen hat, in 1:28:36. „Du kannst dich reinsetzen, die Kurbel in die Hand nehmen und einfach losfahren. Da musst du nicht lange ausprobieren wie im Rennrollstuhl, bis du die ideale Sitzposition gefunden hast und die richtigen Handschuhe“, sagt Frei. Wegen dem Kurbelantrieb gehört Handbikerrennen daher zum Radsport, Rennrollstuhlfahren dagegen zur Leichtathletik.

Die Zahlen der Rennrollstuhlfahrer gehen immer weiter zurück, die der Handbiker nehmen zu, auch Ziesmers Begleiter Köberle fuhr früher im Rennrollstuhl. Mit Ziesmer gibt es nun einen bekannten Handbiker mehr. „Diesen Marathon habe ich gemacht, um mich mit dem Virus zu infizieren“, sagte Ziesmer und es klang, als sei er tatsächlich angesteckt. Ziele bieten sich ihm viele. „Jeder Sportler strebt nach dem Höchsten. Das sind die Paralympics“, sagte er, „ob es schon London 2012 wird, weiß ich aber noch nicht.“ Vorher findet jedenfalls noch zwei Mal der Berlin-Marathon statt.
(tagesspiegel)
XXIV. Internationales Nachwuchsturnier im Gerätturnen um den GWG-Cup mit gutem internationalen Niveau
Cottbuser Turner in der Spitze vertreten
21.09.09
Das Internationale Nachwuchsturnier um den "GWG-Cup" bot am vergangenen Wochenende den anwesenden Zuschauern wieder Turnkost auf hohem Niveau. Bestimmt wurde das Leistungsniveau von den Turnern aus den Niederlanden - angeführt vom Junioreneuropameister Bart Deurloo, den Turnern aus der Schweiz, Litauen und Großbritannien. Man kann davon ausgehen, dass diese Nationen auch im kommenden Jahr bei den Junioren-Europameisterschaften auf sich aufmerksam machen werden.

Dem Cottbuser Jan-Ole Peters (im oberen Foto rechts) - einer von insgesamt zwölf SCC-Startern - gelang in der Altersklasse 11 – 14 Jahre im Mehrkampf eine guter achter Platz. Dazu gesellte sich eine Silbermedaille an den den Ringen sowie Rang sechs am Pauschenpferd.

Erfolgreichster SCC-Turner beim diesjährigen Turnier war Marc Krause (Foto) mit Silber am Barren und Bronze am Pauschenpferd. Im Mehrkampf der Altersklasse 15 – 18 Jahre sicherte sich Krause den achten Rang. Enttäuscht war dagegen Hoffnungsträger Christopher Jursch, der im Mehrkampf patzte und einige Final- und Siegambitionen ad acta legen musste. Mit Bronze an den Ringen und am Boden reichte es dennoch zu zwei Medaillen.

Unter den 400 Zuschauern tummelten sich zahlreiche Sponsoren und Förderer des Cottbuser Turnsports und Ehrengäste, wie MdB Steffen Reiche, dem Vizepräsidenten Leistungssport des Landessportbundes Brandenburg Herrn Gerhold, dem Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski, MTB-Präsident Klaus Zacharias, Nachwuchs-Bundestrainer Gunter Schönherr. Sie alle wurden mit Topleistungen an den Geräten und dem tollen Eröffnungsprogramm der jüngsten Turner belohnt.

Bedanken möchte sich der gastgebene SC Cottbus Turnen e.V. beim Ministerium für Bildung Jugend und Sport des Landes Brandenburg, der Stadt Cottbus, dem Sportstättenbetrieb der Stadt Cottbus und den vielen Sponsoren für die Unterstützung, ohne die ein solches Turnier nicht zu realisieren wäre.

Ein besonderer Dank gilt dem TVC 1861, der unter Leitung von Bernd Schädel, seit Jahren ein zuverlässiger Partner in Vor- und Nachbereitung des Turniers ist, sowie der SG Einheit Spremberg.
Trampolin-News
Henriette Reinke und Silva Müller zur JWM
20.09.09
Am vergangenen Wochenende konnten sich und Silva Müller (beide 8. Klasse der Lausitzer Sportschule) für die Jugendweltmeisterschaften qualifizieren. Durch Ihre guten Leistungen wurden beide auch zu am 25.-27.09.2009 stattfindenden Länderkampf gegen England nominiert.

An diesem Wochenende der Teuto-Cup statt. 4 der 5 TrampolinturnerInnen konnten sich dort für das Finale qualifizieren. Bei den Schülerinnen führte Silva Müller nach dem Vorkampf und im Finale testete sie ihre neue und schwere Übung für den Länderkampf und die Jugendweltmeisterschaften. Leider berührte Silva beim letzten Sprung die Federabdeckung und die Haltungskampfrichter mussten ihr ein Punkt sowie die Schwierigkeit des letzten Sprunges abziehen. Durch den großen Vorsprung des Vorkampfes konnte sich Silva Müller mit den 2. Platz freuen.

Bei den Jugendturnerinnen setzte sich ganz klar Christin Kaiser durch. Sie spielte langsam aber sicher ihre Klasse aus und zeigt allen, dass sie nur ein Ziel hat. Im nächsten Jahr will sie erstmal die Qualifikation für die Europameisterschaften bestreiten und den Frauen zeigen: mit mir muss man immer rechnen. Christin ist in sich gewachsen und Trainer Marquardt kann stolz sein, so eine fleißige und ergeizige Sportlerin zu haben. Sie ist und wird noch eine wichtige Stütze im Verein sowie in der Nationalmannschaft werden.

Stephanie Böhme musste sich, um einen Zehntel-Punkt geschlagen, mit den 4. Platz zufrieden geben. Sie zeigte einen sehr guten Wettkampf und auch in der Jugendklasse kann Stephanie vorne mitspringen.

Steve Jugert turnte einen sehr guten Vorkampf und konnte diese Leistung im Finale leider nicht fortsetzen. Am Ende nur der 10. Rang.

Alle Sportler verbesserten sich im vergleich zur letzten Woche und sammelten wichtige Kaderpunkte des Deutschen Turner-Bundes.

(Uwe Marquardt)
XXIV. Internationales Nachwuchsturnier um den "GWG-CUP"
Cottbuser Starter nominiert
17.09.09
Das XXIV. internationale Nachwuchsturnier um den "GWG-CUP" steht in den Startlöchern. Der gastgebende SC Cottbus nominierte für diesen Vergleich gleich 12 talentierte Athleten aus seiner Turnschule. Diese werden sich mit über 100 weiteren internationalen Startern aus insgesamt 19 Nationen messen und um die attraktiven Pokale der GWG "Stadt Cottbus"eG kämpfen.

Angeführt von Juniorennationalturner Christopher Jursch (JG 92) werden an den Start gehen:

Ivan PAULEIT 92
Mark KRAUSE 93
Lukas GALLAY 93
Johannes KALMBACH 95
Chris JUNGNICK 95
Jan-Ole PETERS 95
Maik KUNKEL 96
Enrico BAROWSKI 97
Hannes WINKLER 97
Max DÖLVES 97
Tim SPETZKE 97
Eric KOPPERMANN 96

Bereits seit 1986 organisiert der SC Cottbus Turnen e.V. gemeinsam mit dem Turnverein Cottbus 1861 e.V. das mittlerweile von der F.I.G. zertifizierte Internationale Nachwuchsturnier in ununterbrochener Folge. Vor den Augen von Nachwuchs-Bundestrainer Gunter Schönherr werden die Internationalen Nachwuchstalente - wie jedes Jahr - die Möglichkeit nutzen, um unter besten Bedingungen im fairen Wettkampf ihre sportliche Leistungen zu messen.

Organisation Sportclub Cottbus Turnen e.V.
Wettkampfstätte LAUSITZ-ARENA Cottbus, H.-Löns-Str., 03050 Cottbus
Wettkampfzeiten
Samstag, 19.09.2009 09.30 Uhr Jg. 1998– 1995
Samstag, 20.09.2009 14.30 Uhr Jg. 1994– 1991
Sonntag, 20.09.2009 10.00 Uhr Gerätefinals Jg. 1998 - 1995 + 1994 -1991

die Konkurrenz und mehr vom GWG-CUP 2009 auf gwg-cup.de (LINK)
"Ich lebe, um wieder zu siegen"
Der frühere Turner Ronny Ziesmer kehrt als Querschnittgelähmter in den Wettkampfsport zurück - Als Handbiker startet er beim Berlin-Marathon
16.09.09
Am 12. Juni 2004 hatte sich der ehemalige Weltklasseturner Ronny Ziesmer in Kienbaum beim Training für die Olympischen Spiele in Athen die Halswirbelsäule gebrochen. Der in Cottbus lebende Student der Biotechnologie ist seither querschnittsgelähmt und besitzt als so genannter schlechter Tetraplegiker nur noch eingeschränkte Beugemuskeln in Armen und Schultern. Das Handicap hält den 30-Jährigen aber nicht davon ab, am Sonntag in Berlin als Handbiker in einem handbetriebenen Rollstuhl auf drei Rädern erstmals bei einem Marathon zu starten.

Die Welt: Herr Ziesmer, freuen Sie sich auf Sonntag?

Ronny Ziesmer: Sicher, denn ich bin gespannt, auf was ich mich eingelassen habe. Gewissermaßen beginnt am Sonntag für mich damit ein neuer Lebensabschnitt. Nach fünf Jahren bin ich zurück als Wettkämpfer. Das hatte ich mir nicht träumen lassen.

Die Welt: Sind Sie von sich überrascht?

Ronny Ziesmer: Zumindest dahingehend, dass ich bei einem Marathon starte. Das wäre mir, als ich noch laufen konnte, nie in den Sinn gekommen. Ich empfand es als Wahnsinn, wie Sportler so viele Kilometer rennen konnten.

Die Welt: Muten Sie sich mit einem Marathon nicht gleich zu viel zu?

Ronny Ziesmer: Ich muss ja die 42,195 Kilometer nicht laufen. Bei kluger Krafteinteilung werde ich schon durchkommen. Schließlich kann ich auch mal aufhören zu kurbeln, und trotzdem rolle ich. Außerdem fahre ich ja nicht allein.

Die Welt: Wer begleitet Sie?

Ronny Ziesmer: Heinrich Köberle. Er ist ein alter Hase, hat über 150 Marathons bestritten und viermal bei den Paralympics gewonnen. 1982 siegte er zum ersten Mal beim Berlin-Marathon. Bei ihm habe ich mich vorbereitet. Trotz seiner 63 Jahre würde er mir davonfahren, doch er wird bis zum letzten Meter an meiner Seite bleiben.

Die Welt: In welcher Zeit möchten Sie ins Ziel kommen? Der Streckenrekord liegt bei 1:05,46 Stunden.

Ronny Ziesmer: Die Zeit ist zweitrangig. Ich will das Erlebnis aufsaugen; das erste Mal ist immer etwas ganz Besonderes. Vor Hunderttausenden Zuschauern habe ich noch nie einen Wettkampf bestritten, und als Turner hätte ich das auch nie erlebt

Die Welt: Denken Sie oft an die Zeit zurück, als sich Ihr sportliches Leben in der Turnhalle abspielte?

Ronny Ziesmer: Nein. Ich weiß, dass es das nicht mehr geben wird, also brauche ich auch keine Gedanken daran verschwenden, was wäre wenn....

Die Welt: Und es berührt Sie auch nicht, sich ausgerechnet in Kienbaum/Brandenburg auf Ihren ersten Marathon vorzubereiten, dort, wo der Trainingsunfall passiert ist?

Ronny Ziesmer: Der Ort hat nichts mit meiner Verletzung zu tun. Fehler passieren. Ich bin ein Mensch, der macht Fehler. Dass er so gravierende Auswirkungen hat, ist natürlich tragisch. Doch die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen.

Die Welt: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, beim Marathon zu starten?

Ronny Ziesmer: Das erste Mal saß ich im Handbike, als ich noch im Krankenhaus war. Das war im Frühjahr 2005. Errol Marklein, der wie kaum ein Zweiter die Rollstuhlszene bewegt hat, kam zu mir und setzte mich in solch ein Gefährt. Das war lustig und hat auch gleich Spaß gemacht, weil ich viel schneller fahren konnte als mit einem normalen Rollstuhl. Mir wurde gleich klar, dass dies eine der ganz wenigen Sportarten ist, die ich ausüben könnte.

Die Welt: Was aber gab nun den Ausschlag?

Ronny Ziesmer: Mit jedem gefahrenen Kilometer kam der Leistungssportler mehr durch. Ich leckte Blut. Zu Jahresbeginn habe ich mir dann für 7500 Euro eine maßgefertigte Rennmaschine von Errol gekauft und begonnen, mit einem Marathonstart zu liebäugeln. Seither trainiere ich viermal wöchentlich zwischen 60 und 80 Kilometer. Wissen Sie: Ich lebe, um wieder zu siegen. Einen Marathon durchzustehen, empfinde ich als gigantischen Erfolg.

Die Welt: Wie haben Ihre ehemaligen Turnkollegen um Fabian Hambüchen reagiert, als Sie von Ihrem Ansinnen erfahren haben?

Ronny Ziesmer: Die finden das toll und freuen sich für mich. Das habe ich an Ihren Reaktionen gespürt, was mir auch richtig gut tat. Bevor ich am Sonntag ins Handbike steige, werde ich Fabian und die anderen am Vortag noch in der Max-Schmeling-Halle bei der Champions Trophy sehen, wo ich als Co-Kommentator für das ZDF dabei sein werde.

Die Welt: Als TV-Kommentator haben Sie sich einen Namen gemacht. Wird das auch als Marathonstarter der Fall sein? Heinrich Köberle glaubt, dass Sie eines Tages an den ParaIympics teilnehmen werden.

Ronny Ziesmer: Dafür müsste ich irrsinnig viel und hart trainieren. Als schlechter Tetraplegiker, der nur noch mit den Bizeps kurbeln kann, bin ich im Vergleich mit den anderen Geschädigten, die auch noch ihre Trizeps und andere Muskelgruppen einsetzen können, extrem benachteiligt. Wir werden sehen, was die Zukunft noch alles bringt. Zu tun habe ich auch so genug.

Die Welt: Und zwar?

Ronny Ziesmer: Bis 2011 möchte ich mein Studium abschließen. Und dann will ich als Botschafter meiner Stiftung "Allianz der Hoffnung" weiter fleißig Geld akquirieren, um die Forschung auf dem Gebiet der Nervenzellen-Regeneration voranzutreiben. Ich wünsche mir, dass es künftig Therapieverfahren gibt, die anderen Menschen noch viel mehr als mir jetzt helfen können.

Interview: Gunnar Meinhardt (welt.de)
WM-Quali gewonnen: Helge Liebrich startet bei Champions Trophy
Boy und Juckel im Plan
15.09.09
Der Süßener Helge Liebrich hat am Dienstag den Nachtermin zur WM-Qualifikation der deutschen Turner in Stuttgart gewonnen. Der 21-Jährige ließ mit 86,00 Punkten den Cottbuser Philipp Boy (84,20) und den Hallenser Matthias Fahrig (81,00) hinter sich. «Er hat einen maximalen Wettkampf ohne Stabilitätsfehler geturnt, das war nahe am Optimum», zeigte sich Chef-Trainer Andreas Hirsch mit Liebrichs Vorstellung sehr zufrieden. Der Schwabe darf nun als Belohnung am 19. September an der Seite von Mehrkampf-Europameister Fabian Hambüchen die Champions Trophy turnen.

Auch die Leistung des von der Schweinegrippe genesenen Boy lag nach Ansicht von Hirsch im Plan. «Man muss das richtig einordnen. Er war durch seine Krankheit doch noch geschwächt», sagte er. Ob er Boy in der Londoner O2-Arena als zweiten Mehrkämpfer neben Hambüchen sieht, ließ er jedoch offen. Auch der Hallenser Matthias Fahrig ist an seinen Spezialgeräten noch nicht hundertprozentig in der Spur. Ein Ausfallschritt am Sprung und Ausführungsfehler am Boden machten die hohen Schwierigkeitswerte des 23-Jährigen wieder zunichte.

Boys Teamgefährte Robert Juckel trat nur an drei Geräten an. Aufgrund der guten Vorstellung soll er sich nach dem Willen von Hirsch bis zur WM gezielt auf einen Einsatz am Pauschenpferd vorbereiten. Mit dem Abschneiden des übermotiviert wirkenden Thomas Taranu war Hirsch dagegen nicht zufrieden. Der 22-Jährige von der KTV Straubenhardt hatte sich in Stuttgart auf seine Ringe-Übung beschränkt.

Konkrete Nominierungsergebnisse für die sechs zu vergebenden WM-Tickets lieferte auch der nachträgliche Überprüfungstermin aber erneut nicht. Turner-Chef Hirsch wird jedoch neben Hambüchen und dem an der Schulter verletzten Unterhachinger Marcel Nguyen alle Athleten, die sich der zusätzlichen Überprüfung gestellt hatten, mit in die unmittelbare Wettkampfvorbereitung (UWV) nach Kienbaum nehmen. Der Backnanger Sebastian Krimmer (Pauschenpferd) und der Hannoveraner Andreas Toba (Barren) dürfen ebenfalls in das Bundesleistungszentrum nach Brandenburg reisen.
(dtl)
24. GWG-Cup am Wochenende in der Lausitz-Arena
30 Teams aus 19 Nationen kämpfen um die Trophäen
14.09.09
Nur noch einige Tage, dann erwartet die "GymCity" Cottbus Gäste aus Europa und Übersee zum nun bereits XXIV. Internationalen Nachwuchsturnier um den „GWG-CUP“. Gut 150 Nachwuchsturner aus 19 Nationen gehen am 19. und 20. September in der Lausitz-Arena an den Start und bilden ein hochkarätiges Starterfeld.

Bereits seit 1986 organisiert der SC Cottbus Turnen e.V. gemeinsam mit dem Turnverein Cottbus 1861 e.V. das mittlerweile von der F.I.G. zertifizierte Internationale Nachwuchsturnier in ununterbrochener Folge.

“Internationale Nachwuchstalente, Trainer und Betreuer aus aller Welt nutzen jedes Jahr die Möglichkeit, unter besten Bedingungen im fairen Wettkampf sportliche Leistungen zu messen, aber auch ein gutes Stück Lausitzer Gastfreundschaft mit nach Hause zu nehmen“, so Reinhard Rau, Chef des Organisationskommittees.
Philipp Boy nach Schweinegrippe wieder dabei
Robert Juckel kämpft auch um WM-Ticket
14.09.09
Der EM-Vierte Philipp Boy kann nach überstandener Schweinegrippe bei der zusätzlichen Weltmeisterschafts-Qualifikation der deutschen Turner in Stuttgart an den Start gehen. «Das ärztliche Attest liegt vor. Ich fühle mich fit und will alles geben», meinte der Cottbuser.

«Allerdings ist auch nicht von der Hand zu weisen, dass mir sieben Trainingstage fehlen. Ich werde sehen, ob ich das kompensieren kann», fügte er hinzu. Für die Weltmeisterschaften vom 13. bis 18. Oktober gesetzt ist Mehrkampf-Europameister Fabian Hambüchen. Der Wetzlarer hatte vor zehn Tagen den Qualifikations-Wettkampf in Achern klar für sich entschieden und startet nun bei der zweiten Station der Champions Trophy in Berlin.

Neben Boy stellen sich in Stuttgart Boden-Vize-Europameister Matthias Fahrig (Halle/Saale), Thomas Taranu (Straubenhardt), Helge Liebrich (Süßen) und Robert Juckel (Cottbus) den Kampfrichtern zur internen Leistungsüberprüfung.

«Ich habe geplant, mit acht Athleten in die unmittelbare WM- Vorbereitung zu gehen. Und da hat jeder eine Chance. Also auch Philipp Boy, der durch seine Erkrankung in Achern nicht dabei sein konnte, und Robert Juckel, der wegen der Ansteckungsgefahr fehlte», begründete Cheftrainer Andreas Hirsch den kurzfristig angesetzten Nominierungswettkampf.

Im Kunstturn-Forum Stuttgart geht es auch um den zweiten deutschen Startplatz bei der Champions Trophy. Sollte Boy wieder sein gewohntes Leistungsvermögen abrufen können, gilt er als erster Kandidat, Fabian Hambüchen nach Berlin zu begleiten. Doch auch Matthias Fahrig scheint nicht aussichtslos. Bei der ersten Station der Trophy hatte Hambüchen in Frankfurt/Main vor dem Unterhachinger Marcel Nguyen und der gesamten europäischen Spitze triumphiert. Nguyen kommt aber für Berlin wegen einer Schulterverletzung nicht infrage.
(dpa)
Ronny Ziesmer: Sportliches Comeback in Berlin
Als Handbiker beim Marathon
13.09.09
Die bewegungslosen Beine liegen leicht angewinkelt in metallenen Fußschlaufen. Der mausgraue Plastikhelm sitzt wie angegossen. Die Handgelenke sind an speziellen Bügelgriffen fest eingerastet, um beim Kurbeln nicht herauszurutschen. "Ronny, können wir loslegen?" Da fragt kein Geringerer als Heinrich Köberle. Er holte im Handbike vier Goldmedaillen bei den Paralympics, einer der größten behinderten Sportler der Welt. "Meinetwegen", sagt Ronny Ziesmer. "Dann lass uns auf die große Runde gehen." Köberle zwinkert Ziesmer kurz zu, und in Sekundenschnelle verschwinden beide auf der waldgesäumten Asphaltpiste. Anzeige Köberle fährt vorne weg, Ziesmer rollt im Windschatten hinterher. Achtmal wollen sie an diesem Spätsommernachmittag den 2500 Meter langen Rundkurs im Bundesleistungszentrum in Kienbaum absolvieren. Nicht zum Spaß. Für Köberle gehört dieses Training seit 40 Jahren zur Alltagsbeschäftigung. Der Badener fährt Tausende Kilometer jährlich. Für Ziesmer ist dies sportliches Neuland. Er war noch 2003 Deutscher Meister im Turnen. Bei einem Trainingssprung, einem Doppelsalto rückwärts, brach er sich die Halswirbelsäule und ist seitdem querschnittgelähmt. Jetzt kehrt er auf die große Bühne des Sports zurück: beim Berlin-Marathon. Mit seinen nur noch teilweise vorhandenen Beugemuskeln in Armen und Schultern möchte Ziesmer die 42,195 Kilometer im Handbike zurücklegen. Noch sei er nicht aufgeregt, sagt der Lausitzer. Er vermutet aber, dass sich seine Gefühlslage verändern wird, sobald er sich zusammen mit den über 100 anderen Handbikern auf der Straße des 17. Juni im Startbereich einfindet. Irgendwie verdrängt er den Gedanken bislang, noch hat er mit sich selbst zu tun. Für 7500 Euro ließ sich Ziesmer vom szeneberühmten Errol Marklein aus Heidelberg eine Hightech-Maschine maßanfertigen. Halb liegend, nur eine Handbreit über dem Boden, rollt er jetzt über der Straße. Der Antrieb erfolgt wie bei einem herkömmlichen Fahrrad über zwei Kurbeln. Sie stehen parallel zueinander und werden mit den Armen in Schwung gebracht. Die an der Kurbel befestigten Kettenblätter laufen über einen Kettenantrieb zum vorderen Rad des Handbikes, mit dem zugleich gelenkt wird. Geschaltet wird mit den Ellenbogen, wenn diese unten sind. Wie bei einem Rennrad gibt es 27 Gänge, Höchstgeschwindigkeiten bis zu 40 Stundenkilometern sind so möglich. Die Schnellsten brauchen gut eine Stunde für den Marathon. Eine Richtzeit als Zielvorgabe hat sich Ziesmer nicht gesetzt. "Meinen ersten Marathon möchte ich nicht durch Zeitdruck zur Tortur werden lassen", sagt der 30-Jährige. "Ich möchte ihn genießen." Fünf Jahre nach seinem folgenschweren Sturz in jenem Leistungszentrum, in dem er sich nun auf seinen ersten Marathonstart vorbereitet, kehrt Ziesmer als Wettkämpfer in die Öffentlichkeit zurück. Am 12. Juli 2004 war der Mehrkampfmeister in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Athen beim Pferdsprung so unglücklich mit dem Kopf auf den Boden geprallt, dass er sich einen Bruch in Höhe des fünften und sechsten Halswirbels zuzog. Seitdem muss er als sogenannter schwerer Tetraplegiker, der nur noch eingeschränkt seine Arme bewegen kann, das Leben im Rollstuhl meistern. Er hat sich inzwischen nicht nur daran gewöhnt, es fällt ihm dank der neuen sportlichen Herausforderung auch zunehmend leichter. An einen konkreten Auslöser für die Idee, am Marathon teilzunehmen, kann er sich nicht erinnern. Handbiken gehört zu Ziesmers medizinischer Rehabilitation, um, wie er es ausdrückt, "Überpotenzial zum Alltag zu schaffen". Irgendwann sei dann der Sportlergeist durchgekommen: "Da habe ich Blut geleckt." Seit Jahresbeginn treibt ihn nun der Ehrgeiz. Wenn er vom Marathon erzählt, wird deutlich, wie viel Glück er als Sportler spürt, wieder im Wettkampf zu sein. "Es tut unheimlich gut, sich endlich mal wieder auszukotzen. Wenn man 20 oder mehr Kilometer gefahren ist, stellt sich dieses wohlige Gefühl der Erschöpfung ein. Das ist einfach toll", schwärmt Ziesmer. Wenn es sein Biotechnologie-Studium erlaubt, versucht er viermal pro Woche in Cottbus zu trainieren. Er wohnt dort am Stadtrand in einem behindertengerechten Haus mit seiner Freundin Katrin. Die angehende Ingenieurin unterstützt ihn bei seinem Comeback: "Ich finde es bewundernswert, mit welcher ansteckender Leidenschaft Ronny versucht, neue Lebensbereiche zu erschließen." Daheim absolviert Ziesmer seine Übungseinheiten auf einem Sieben-Kilometer-Kurs. Dort dreht er bis zu drei Runden, ganz allein, zweimal schon ist er 35 Kilometer gefahren. Sonderlich kaputt sei er danach nicht gewesen, sagt Ziesmer. Deshalb hat er keine Sorge, am Sonntag auch die restlichen sieben Kilometer dranzuhängen. Einen Marathon zu laufen, als er das noch gekonnt hätte, sei ihm "Gott bewahre nie in den Sinn gekommen". Das lag außerhalb seiner Vorstellungskraft. Knapp sechs Kilometer war das Längste, das er je gerannt ist. Diese Strecke musste er in jungen Jahren oft vor dem Turntraining zur Erwärmung laufen. 15 Jahre liegt das zurück. Ob der Berlin-Marathon ein Abenteuer bleiben wird, vermag Ziesmer nicht zu sagen. Sein 33 Jahre älterer Mentor Heinrich Köberle, mit dem er über die Straßen der Hauptstadt rollen wird, ist sich dagegen sicher, "dass Ronny davon nicht mehr loskommt. Und eines Tages nimmt er bestimmt auch an den Paralympics teil."
(Berliner Morgenpost)
„Grünes Band“ für Talenteschmiede
Am ehrwürdigen Pariser Platz in Berlin wird der SC Cottbus Turnen am heutigen Dienstagabend für seine hervorragende Nachwuchsarbeit ausgezeichnet. Aus den Händen der deutschen Top-Schwimmerin Britta Steffen bekommen SCC-Präsident Wolfgang Wollgam und Co. das mit 5000 Euro dotierte „Grüne Band“, eine Initiative des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) und der Dresdner Bank.
08.09.09
Ganz neu ist dem SC Cottbus die Auszeichnung nicht. Schon zum dritten Mal nach 1991 und 1999 wird der Verein immerhin für seine vorbildliche Talentförderung geehrt. Schön sei es jedoch immer wieder, wie SCC-Geschäftsführer Reinhard Rau betont.

„Diese Anerkennung für unsere Arbeit im Nachwuchsbereich macht uns sehr stolz“, sagt Rau. Auch Karsten Oelsch, der Trainer des SCC-Bundesliga-Teams, der auch in dieser Saison wieder darum bemüht ist, den Nachwuchs in die Profimannschaft zu integrieren, hält den Preis für eine „super Sache“. Oelsch selbst hat das komplexe Antragsformular ausgefüllt, in dem es unter anderem galt, die sportlichen Erfolge der vergangenen Jahre sowie Sichtungsmethoden aufzuführen. „Schon damals habe ich gedacht: Wenn nicht wir diesen Preis kriegen, wer dann“, sagt Oelsch.

Der Coach sollte Recht behalten, wenngleich am heutigen Abend in Berlin noch weitere sieben Vereine aus der erweiterten Region für ihre Jugendarbeit ausgezeichnet werden, darunter Alba Berlin, der Wasserspringerclub Rostock und der Sportclub Charlottenburg. Insgesamt werden deutschlandweit 53 Preise in sieben Städten vergeben. Die von ZDF-Sportkommentator Wolf-Dieter Poschmann moderierte Veranstaltung in Berlin bildet nur den Auftakt dieser „Grüne-Band“-Ehrungen.

Neben SCC-Präsident Wollgam werden Oelsch sowie die Turner Steve Woitalla, Alexander Grötsch, Ivan Pauleit, Raven Barth und Lukas Reichan zum Festakt nach Berlin reisen. „Das sind jene, die einen großen Anteil an diesem Grünen Band haben“, begründet Rau. Der Geschäftsführer hätte vermutlich auch eine ganze Busladung in die Hauptstadt schicken können. Denn das perfekte Zusammenspiel zwischen Nachwuchs und Profiabteilung sei natürlich vor allem dem Engagement aller SCC-Trainer zu verdanken, so Rau. Eine „ausgezeichnete Arbeit“ bescheinigt er beispielsweise Kerstin Kießling, der Leiterin der Turn-Talenteschmiede, die in Schulen und Kindereinrichtungen sichtet und die Spitzen-Turner von morgen zum Probetraining einlädt.

Auch Trainer Karsten Oelsch bestätigt, dass es ganz und gar kein Zufall ist, dass der deutsche Meistertitel schon achtmal an die „Talenteschmiede“ SC Cottbus gegangen ist.
(lr-online.de)
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MEILENSTEINE

Festbroschüre zum 20-jährigen Bestehen des SC Cottbus Turnen e.V.
(PDF, ca. 6,0 MB)

Wir stehen für einen sauberen Sport!
Für einen fairen Wettkampf, in dem der Beste gewinnt und der Verlierer die Leistung seines Bezwingers respektiert.
NADA - Nationale Antidoping Agentur
SPORTCLUB COTTBUS TURNEN e.V. - Dresdener Straße 18, 03050 Cottbus, Tel: (0355) 48 63 52, E-Mail: info@scc-turnen.de