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Robert Juckel - Unser Mann in Athen
“richtig reinhängen”
05.08.04
Der Cottbuser Turner Robert Juckel macht gegenwärtig eine besonders schwere Zeit durch. Nach dem dramatischen Trainingsunfall seines Vereinskameraden und Freundes Ronny Ziesmer steht sein Traum, die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Athen, plötzlich in einem völlig anderen Licht. Gerade deshalb will sich der 22-Jährige “richtig reinhängen.” Der 1,64 Meter kleine Turn-Flo ist zwar Mehrkämpfer, wird aber wahrscheinlich nur mit der Mannschaft und an den Einzelgeräten Boden, Pferd, Ringe, Sprung und Reck eingesetzt. “Ob ich im Sechskampf starte, entscheidet sich kurzfristig.” Juckel weiß, dass er als Einzelstarter in Athen nur eine Außerseiterchance hat, um überhaupt das Finale zu erreichen. “Es gibt einfach zu viele Spezialisten an den einzelnen Geräten”, erklärt der Athlet aus der Sportfördergruppe der Bundeswehr. Hauptziel bei Olympia sei deshalb der Einzug der Mannschaft in die Runde der letzten acht. Auf die Frage, ob er tatsächlich nach Athen seine Karriere beendet, antwortet Robert Juckel: “Natürlich macht man sich in dieser Situation Gedanken. Aber ich denke, dass es für mich weitergeht und Olympia 2008 wäre noch einmal ein großes Ziel.”
(source: WoKu)
Ziesmers Unfall überschattet Olympia - Vorbereitung
Vor allem Ziesmers Trainingsgefährten Thomas Andergassen (Stuttgart) und Robert Juckel (Cottbus - Foto) haben bis heute den Vorfall nicht komplett verdaut
04.08.04
Die Trainer werden noch immer von Alpträumen geplagt, die Athleten haben den Schock nur zum Teil verkraftet: Auch drei Wochen nach dem schlimmsten Unfall der deutschen Turn-Geschichte überschattet das Schicksal von Ronny Ziesmer die Olympia-Vorbereitung der deutschen Turn-Riege.

Der 25-jährige Cottbuser wird nach seinem schweren Sturz im Training voraussichtlich sein Leben lang querschnittgelähmt bleiben. «Gerade die beiden Jüngeren, Fabian Hambüchen und Mathias Fahrig, haben die Situation am besten verkraftet, sie sind jetzt zu Stützen des Teams geworden», meint Cheftrainer Andreas Hirsch, dem die Qualen der zurückliegenden Wochen noch immer ins Gesicht geschrieben sind.

«Alles ist aus den Bahnen geraten, das ganze System abgestürzt. Oft habe ich mir nach dem Sturz die Frage gestellt, was machst Du eigentlich? Macht Deine Arbeit noch Sinn? Ich denke, nach so einem Vorfall ist das legitim», sagt der Berliner, der den am 12. Juli bei einem Tsukahara-Doppelsalto beim Sprung verunglückten Ziesmer schon mehrfach im Krankenhaus besucht hat.

Der Chefcoach musste sich in den zurückliegenden Tagen mehr als Psychologe denn als sportlicher Leiter engagieren. «Die leisen Töne standen im Vordergrund. Es galt, mehr zu hinterfragen als anzusagen», so Hirsch. Der 46-Jährige vermied daher auch administrative Anweisungen und versuchte, seinen Jungs Mut zu machen, ihren Glauben an das eigene Können zu stärken. «Ohne Frage, wir gehen auch sportlich mit einem klaren Verlust aus Ronnys Schicksal hervor. Aber das Ziel bleibt der achte Platz, auch wenn vielleicht unter einem anderen Stern», erklärt Hirsch.
Mit Platz acht unter zwölf Nationen würde sich für die Turner ein sportlicher Traum erfüllen. «Plötzlich hätten wir sechs Aktive in der A-Kader-Förderung. Darauf ließe sich aufbauen», hofft Hirsch in Athen auf das Ende des sportlichen Tiefs. Der Länderkampf gegen Rumänien und Italien mit 223 Punkten (bei der WM 2003 erkämpften die Deutschen mit 219 Zählern Platz 12) nur fünf Tage nach dem Horror-Sturz habe das Team zusammengeschweißt. «Da haben wir gezeigt, dass wir noch handlungsfähig sind. Mit einer solchen Leistung können wir in Athen unsere Ziele schaffen», sagt Hirsch.
Der Coach weiß aber auch: «Nach dem Wettkampf habe ich einige abkippen sehen. Erst spät ist allen die Tragweite der Situation klar geworden». Vor allem Ziesmers Trainingsgefährten Thomas Andergassen (Stuttgart) und Robert Juckel (Cottbus) haben bis heute den Vorfall nicht komplett verdaut. So wird der deutsche Mehrkampf-Meister Andergassen in Athen nicht am Sprung starten und kann somit den Sechskampf nicht durchturnen, Juckel äußerte schon Gedanken über ein Karriereende.
Erstaunlich gut hat hingegen Deutschland größtes Turntalent Fabian Hambüchen die Situation gemeistert. Der mit 16 Jahren jüngste deutsche Turner der Olympia-Geschichte wird in Athen nun sogar alle sechs Geräte in Angriff nehmen. «Es wäre aber nicht korrekt, wenn ich sage: Es geht ein Jetzt-erst-recht-Effekt durch die Truppe. Dafür sind die Reaktionen viel zu differenziert», konstatiert Hirsch. Dennoch erwartet er eine gute Vorstellung seines Teams: «Alle wissen, Olympia ist etwas besonderes. Deshalb werden sie für das Ziel kämpfen. Das ist auch in Ronnys Sinne».
(source:dpa)
Dünner Halt
Wie Bundestrainer Andreas Hirsch die Querschnittslähmung seines Turners Ronny Ziesmer verarbeitet
02.08.04
Als Andreas Hirsch völlig am Ende war, ging er zum Friseur. Er setze sich in den Sessel, und die Friseurin fragte freundlich: „Welchen Schnitt wollen Sie?“ Hirsch blickte sie gleichgültig an. „Wissen Sie was, Sie haben eine Schere in der Hand, machen Sie, was Sie wollen.“ Danach war Schweigen. Hirsch holte an diesem Tag auch noch Kontoauszüge ab. Aber sie interessierten ihn nicht. Am Morgen hatte er versucht auszuschlafen. Geschafft hat er es nicht. Vieles, was er sich vornahm, wollte einfach nicht klappen. „Ich war total leer.“

Das Wochenende hatte er noch irgendwie durchgestanden. „Obwohl ich dachte, mir platzt die Birne.“ Er musste noch zum Länderkampf nach Schwäbisch Gmünd zwischen Deutschland, Italien und Rumänien. Hirsch ist der Bundestrainer der deutschen Turner. „Ich stand unter Schock, aber ich habe es in diesem Moment nicht gemerkt“, erzählt Hirsch. Er funktionierte einfach, und vielleicht war das gerade gut. So konnte er die Bilder verdrängen von Ronny Ziesmer, dem Turner, der einige Tage zuvor noch auf dem Sprung zur internationalen Spitze war. Jetzt lag Ziesmer im Unfall-Krankenhaus Berlin, querschnittsgelähmt vom Hals an. Ziesmer war nach einem Tsukahara mit Doppelsalto auf dem Kopf gelandet. Ein tragischer Unfall im Leistungszentrum Kienbaum. Der Bundestrainer stand daneben.

Hirsch sitzt jetzt wieder in Kienbaum, in einem Wintergarten am See. Er blickt oft aus dem Fenster beim Reden, häufig knetet er seine Finger. Irgendwann lächelt Hirsch plötzlich und sagt dann fast lustvoll: „Die Sonne geht wieder auf.“ Das sagt er vor allem zu sich.

Der Trainer steht jetzt nicht mehr nur vor vielen Fragen und Selbstvorwürfen. Er spürt Optimismus. Hirsch sagt: „Ronnys derzeitiger Zustand ist nicht der Endzustand.“ Diesen Satz wiederholt er vier, fünf Mal und unterstreicht ihn mit entschlossenen Blicken. Hirsch, das wird klar, will es einfach glauben. Nichts gibt ihm Gewissheit. Die Ärzte jedenfalls machen Ziesmer keine Hoffnung.

Aber Hirsch ist fest davon überzeugt, seit er Ziesmer besucht hat. Beim ersten Mal sprachen sie kaum drei Worte. „Ich habe ihn gesehen, aber nicht wirklich besucht.“ Am nächsten Tag ging er wieder hin, „mit wackligen Knien“. Hirsch steht vom Sofa auf und stellt die Szene nach. „Ach, Herr Hirsch, Sie sind’s“, hatte Ziesmer gesagt, so als würde ein Bekannter zum Biertrinken vorbeikommen. Im Krankenzimmer redeten sie dann, eine Stunde lang. Irgendwann flüsterte Ziesmer plötzlich: „Herr Hirsch, schauen Sie mal die Krankenschwestern da drüben. Die haben einen brutal harten Job. Ich könnte das nicht.“ Hirsch ist immer noch ergriffen. „Da liegt er querschnittgelähmt und macht sich Gedanken über die harte Arbeit der Krankenschwestern.“ Diese Einstellung hat ihn beeindruckt. „Der verkörpert das Gegenteil von Aufgeben. Das ist faszinierend.“ Für ihn, den 20 Jahre Älteren, muss die Situation fast schon etwas Beschämendes gehabt haben. „Ronny hat mir gegeben, was ich ihm eigentlich geben wollte.“ Lebensmut und Kraft in einer besonders schwierigen Situation.

Aber wie viel Kraft hätte Hirsch, bei allem guten Willen, wirklich geben können in dieser Stunde? Er hatte schließlich selbst kaum Kraft, alles durchzustehen. Und er musste Entscheidungen treffen. Es gab Trainer, die rieten ihm, den geplanten Länderkampf wegen Ziesmers Unfall abzusagen. Andere sagten, er müsse ihn durchziehen. „Da stehst du mit dem Rücken zur Wand.“ Schließlich fragte er die Turner. Kein anderer, sagt Hirsch, hatte das Recht zu entscheiden. Die Turner wollten antreten. Hirsch hatte jeden zudem gefragt: „Bei welchen Übungen hast du Probleme?“ Thomas Andergassen beherrscht den Sprung, bei dem Ziesmer stürzte. Er sagte: „Was ist, wenn ich mit dem Arm wegrutsche?“ Er verzichtete auf den Sprung. Hirsch war dankbar dafür.

Hirschs Frau ist Physiotherapeutin, sie empfängt zu Hause auch Rollstuhlfahrer. Hirsch hat also seit langem unmittelbaren Kontakt mit Querschnittgelähmten. Aber Ziesmers Unfall hat eine andere Dimension. „Ich habe durch den Unfall einen ganz anderen Reifegrad erreicht.“ In einer Trainingseinheit Anfang der Woche verpatzte Sergej Pfeifer gleich dreimal eine Reckübung. Früher hätte Hirsch sich lange darüber aufgeregt. „Jetzt bin ich viel schneller wieder gelassen.“ Die Relationen haben sich verschoben.
(tagesspiegel)
Nachwuchs-News
Saisonstart beim Nachwuchs des SCC
30.07.04
Ronny’s Botschaft hinterlässt auch Spuren bei den Nachwuchsturnern des SCC:

"Einen schönen Gruß an alle Jungs... sie sollen die 'Arschbacken' zusammenkneifen und ein ordentliches Ding machen, ... und wenn sie mögen, auch ein wenig für mich...!



So trafen sich zum Saisonstart in Saarbrücken zum„deutsch- französisches Trainingscamp“ Sportler verschiedenster Nationen zum Training. Sportakrobaten, Trampolinturner, Rhytmische Sportgymnastinnen und Nachwuchssportler der Sport-Aerobic tauschten gegenseitig Erfahrungen aus und erlebten gemeinsam einiges. Vom SC Cottbus Turnen e.V. war Trampolinturnerin Kristin Kaiser eingeladen und konnte so viele wertvolle Erfahrungen für ihre weitere Entwicklung sammeln.

Derweilen starteten die jüngsten Turner des Vereins mit ausgezeichneten Leistungen in ihr Trainingslager. Mit 13 Landesmeistertiteln dazu 8 Silber- und 11 Bronzemedaillenmedaillen im Gepäck ließen sich die ersten Übungen nach den Ferien leicht bewältigen. Mit Johannes Kalmbach, Paul Elfert und Chris Jungnick in der AK 9, Eric Koppermann, Richard Hampel und Julien Seifert in der AK 8 sowie Tim Spetzke, Toni Groch und Yannik Faustmann in der AK 7 hat Trainerin Kerstin Kießling hoffnungsvolle Talente in den von Ihr betreuten Trainingsgruppen.
(scc)
DTB plant Sportgala für Ronny Ziesmer
Ende September in Berlin / Erlös geht an den Cottbuser Turner
27.07.04
Der Deutsche Turner-Bund (DTB) plant für Ende September in Berlin eine große Sportgala. Der Erlös der Veranstaltung soll an Turner Ronny Ziesmer fließen. Der Cottbuser war vor zwei Wochen im Training schwer verunglückt und wird voraussichtlich vom Hals abwärts gelähmt bleiben.

Turnen und Show: Der DTB bereitet momentan für Ende September eine Show-Veranstaltung in der Berliner Schmeling-Halle vor. Der Reinerlös der Sportgala soll dem schwer verunglückten Cottbuser Turner Ronny Ziesmer zugehen.
In den letzten Tagen glühten die Telefondrähte zwischen Frankfurt/Main, Potsdam, Berlin und Cottbus. Inzwischen ist klar: DTB, Märkischer Turner-Bund, Berliner Turner-Bund und Ziesmers Heimverein SC Cottbus Turnen bereiten eine große Sportgala vor. Das bestätigte gestern der Hans-Peter Wullenweber, Generalsekretär des Deutschen Turner-Bundes. Am Donnerstag treffen sich die beteiligten Partner – für den SC Cottbus nimmt Präsident Wolfgang Wollgam an den Beratungen teil – in Berlin, um weitere Einzelheiten festzulegen. Als Veranstaltungsort nannte Wullenweber gestern die renommierte Max-Schmeling-Halle, in der je nach Bestuhlung bis zu 12 000 Besucher Platz finden könnten. «Um die Halle möglichst voll zu bekommen, brauchen wir dann natürlich das Fernsehen» , sagte Wullenweber weiter. Erste Gespräche mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) seien viel versprechend verlaufen. Werde hier Einigkeit erzielt, sei der 25. September (ein Samstag) als Veranstaltungstag denkbar. Zum geplanten Programm wollte sich Wullenweber noch nicht äußern. «Ich bitte da um Verständnis, da wir noch in der Planungsphase sind» , sagte der DTB-Generalsekretär. Klar scheint nur, dass die Veranstaltung weit über turnerische Darbietungen der verschiedenen DTB-Nationalmannschaften (Turnen, Rhythmische Sportgymnastik, Trampolin) sowie internationaler Gast-Turner hinaus gehen soll. Denkbar wäre beispielsweise ein Auftritt der Show «Feuerwerk der Turnkunst» , die der Niedersächsische Turner-Bund (NTB) mit großem Erfolg in den vergangenen Jahren auch schon über die Grenzen Niedersachsens hinaus gezeigt hat. Brilliante Tänzer, Jongleure, Rhönradfahrer und Akrobaten sowie ein spektakuläres Musik- und Lichtschauspiel sorgten in Hannover, Hamburg, Kiel oder Magdeburg immer wieder für ausverkaufte Hallen.

Erste Spendenbilanz:
Neben unzähligen Genesungswünschen aus aller Welt für Ronny Ziesmer, der gestern im Unfallkrankenhaus Berlin seinen 25. Geburtstag feierte, sind inzwischen auch schon zahlreiche Spenden eingegangen. «Bei uns sind mit Stand Freitag Spenden in Höhe von 4.800 Euro eingezahlt» , sagte Reinhard Rau, Geschäftsführer des SC Cottbus Turnen. Beim Deutschen Turner-Bund sind etwa 2500 Euro eingegangen. Anlässlich der Verabschiedung der Olympiateilnehmer der Region Stuttgart – darunter Turner Robert Juckel vom SC Cottbus – hat auch die DaimlerChrysler Bank ein Spendenkonto für Ziesmer eingerichtet. Dr. Roland Folz, Vorstandsvorsitzender der DaimlerChrysler Bank, zeigte sich bestürzt vom Trainingsunfall und erklärte sich spontan bereit, Ziesmer mit 5000 Euro zu unterstützen. Rainer Brechtken, Präsident des Schwäbischen und Deutschen Turner-Bundes: «Wir rufen die Turnfreunde des Landes auf, Ronny weiter zu unterstützen. Es geht vor allem darum, Ziesmer und seiner Familie bei den zu erwartenden Kosten nach Abschluss seiner stationären Reha-Maßnahmen finanzielle Hilfestellung zu geben.»
source:(lr-online.de)
Nicht auf Rosen gebettet
KTV Hohenlohe sammelt Geld für Schwerverletzten
27.07.04
Der schwere Trainingsunfall von Ronny Ziesmer löste auch bei den Turnerinnen und Turnern der KTV Hohenlohe einen tiefen Schock aus. Der Cottbuser Nationalturner verletzte sich kürzlich beim Sprung über den Sprungtisch so schwer, dass er seither querschnittgelähmt ist.
Wohl wissend, dass es tagtäglich zahlreiche Freizeitunfälle mit den denselben Folgen wie bei dem Turner gibt, ist doch der Brandenburger für alle Gerätturner in Deutschland eine bekannte Größe. Einige KTV-Turner standen schon bei Wettkämpfen auf Bundesebene in derselben Riege.

"Turner sind nicht auf Rosen gebettet", so der Präsident der KTV Hohenlohe Kurt Gesper und er meint damit die geringen finanziellen Mitteln, mit denen diese Amateursportler ausgestattet sind. "Zwar trainieren sie wie Profisportler, meist zweimal am Tag, doch ihre materielle Versorgung auch nach ihrer turnsportlichen Karriere ist eher bescheiden", meint auch der Leiter des Öhringer Kunst-Turn-Stützpunktes, Frieder Hindermann.

Deswegen wollen die KTV-Verantwortlichen jetzt eine Spendenaktion für Ronny Ziesmer starten. Darin eingebettet soll auch im September eine Benefizveranstaltung sein, dessen Erlös ausschließlich für den verletzten Turner bestimmt sein soll.
(source:fnweb.de)
Ronny Ziesmer beginnt mit Rehabilitationsmaßnahmen
nach schwerem Trainingsunfall Intensivstation des Unfallkrankenhauses Berlin verlassen.
26.07.04
Ziesmer, der heute 25 Jahre alt wird, wurde in der Vorwoche in die Klinik für Unfall- und Wiederherstellungs-Chirurgie des ukb verlegt.
Dies bestätigte sein Verein, der SC Cottbus Turnen, der es sich nicht nehmen ließ, bei einem Besuch die herzlichsten Genesungswünsche der Vereinsmitglieder, vieler Weggefährten und geradezu zahlloser Turn- und Sportfreunde aus aller Welt zu überbringen.

Trotz optimaler medizinischer Versorgung und sofort eingeleiteter Operation wird der Cottbuser Turner, der bereits für die Olympischen Spiele in Athen nominiert war, nach seinem schweren Trainingsunfall, bei dem er sich eine Halswirbel-Fraktur zuzog und das Rückenmark gequetscht wurde, nach medizinischem Ermessen kopfabwärts gelähmt bleiben.

Ziesmer wird noch bis zu einem dreiviertel Jahr im Krankenhaus bleiben und sich dort auf sein weiteres Leben vorbereiten. Dies tut er mit derselben Akribie und dem selben Ehrgeiz, die Ihn schon als Turner auszeichneten.
Unterstützt wird er dort neben dem Team des ukb, vor allem von seiner Freundin und seiner Familie.
«Wir können ihm nicht die Hoffnung geben, wieder gehen zu können, wir können ihm aber die Hoffnung geben, wieder ein erfülltes Leben führen zu können», so Chefarzt Andreas Niedeggen.
Robert Juckel erwägt nach Olympia sein Karriere-Ende
Der Cottbuser steht immer noch unter dem Eindruck des schweren Unfalls von Freund und Trainingskamerad Ronny Ziesmer
24.07.04
Robert Juckel vom SC Cottbus Turnen wird sich jetzt mit Vollgas auf die Olympischen Spiele in Athen (13. bis 29. August) vorbereiten – ungeachtet der Folgen, die Trainingskamerad und Freund Ronny Ziesmer bei seinem schweren Unfall jetzt durchlebt.

«Was nach Olympia kommen wird, ist aber momentan völlig offen» , sagte der 22-Jährige gestern in seinem ersten Interview nach dem Unfall der RUNDSCHAU.
Auch elf Tage nach dem Unglück von Ronny Ziesmer im Bundesleistungszentrum Kienbaum steht Juckel unter «Schock». «Ich war am Boden zerstört, als ich die Nachricht erhielt. Ich habe wirklich überlegt, ob ich den Sport weiter ausüben kann. Und diese Frage steht für mich immer noch im Raum» , sagte Juckel weiter. «Natürlich haben wir alle von den Gefahren, die es auch im Turnen gibt, gewusst. Aber solange nie etwas passiert ist, hat man das verdrängt. Ich bin seit 15 oder 16 Jahren beim Turnen dabei, es ist eine wunderschöne Sportart. Aber am Ende hat man nichts davon. Und ich weiß nicht, ob es dass alles noch wert ist» , beschreibt der Soldat der Sportförderkompanie seine Ängste und Bedenken seit dem 12. Juli.
Jetzt will sich Juckel aber seinen Lebenstraum Olympia erfüllen. Auch weil er glaubt, das dies im Sinne von Ziesmer, der inzwischen die Intensivstation im Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) verlassen hat, sei. «Seine aufmunternden Worte haben uns allen große Kraft gegeben. Mir haben seine Worte sehr geholfen, denn es ist schwer, Athen wieder ins Auge zu fassen. Aber Ronny war schon immer ein großer Kämpfer» , sagte Juckel, der sich ab Sonntag mit den weiteren Nationalmannschafts-Athleten des Deutschen Turner-Bundes (DTB) zum letzten Lehrgang vor der Abreise am 8. August nach Athen in Kienbaum trifft.
Möglicherweise wird aber Athen dann das Ende der Turnerkarriere von Robert Juckel sein. «Es ist der Höhepunkt. in meiner Laufbahn. Vielleicht sollte ich danach aufhören» , fragt sich der amtierende deutsche Meister am Reck. «Ich wollte mich ohnehin nach Olympia neu orientieren und hinterfragen, was kann ich noch erreichen. Und jetzt der schwere Unfall von Ronny» , zeigt sich Juckel nachdenklich.
Nach den Olympischen Spielen will Juckel den für ihn schweren Gang ins UKB zu Ronny antreten. Die ehemaligen Trainingskameraden haben sich in ihrer gemeinsamen Zeit in Stuttgart angefreundet, «wir sind auch mal ein Bier trinken gegangen» , so Juckel. Jetzt hat er nicht die Kraft dazu, auch nicht am Montag, wenn Ziesmer 25 Jahre alt wird. «Ich glaube, mich würde es mental sehr weit zurück werfen. Ich möchte in meinem Kopf noch ein Weile das Bild von Ronny behalten, das ich immer hatte und noch habe» , beschreibt Juckel seine Angst vor der Auseinandersetzung mit dem Unfall und den gravierenden Folgen für seinen Freund.
«Nach Athen werde ich auf jeden Fall den Weg zu ihm suchen. Wenn ich ihm irgendwie helfen kann, werde ich dann für Ronny da sein» , verspricht Robert Juckel. (source: lr-online.de)
Verabschiedung von Brandenburgs Olympiateilnehmern
«Wir Brandenburger bangen und hoffen mit ihm.»
22.07.04
Anlässlich der Verabschiedung von Brandenburgs Olympiateilnehmern in Teltow schlug Ministerpräsident Matthias Platzeck auch eine gedankliche Brücke zum verunglückten Cottbusser Turner Ronny Ziesmer. Während er den Olympiateilnehmern die Daumen für Athen drücke, seien seine Gedanken bei Ziesmer, sagte der Regierungschef. Das Schicksal des Cottbusser Turners gehe ihm nahe. «Wir Brandenburger bangen und hoffen mit ihm.»
Eulen nach Athen
DaimlerCrysler-Bank solidarisiert sich mit der Turnfamilie
21.07.04
Anlässlich der Verabschiedung der Olympiateilnehmer der Region Stuttgart und der Maskottchenaktion "Eulen nach Athen" hat auch die DaimlerChrysler Bank ein Spendenkonto für Ronny Ziesmer eingerichtet.
Dr. Roland Folz, Vorstandsvorsitzender der DaimlerChrysler Bank, zeigte sich bestürzt vom Trainingsunfall des Turners Ronny Ziesmer. ...

Die DaimlerChrysler Bank erklärte sich spontan bereit Ronny Ziesmer mit einem Betrag von 5.000 Euro zu unterstützen.

Rainer Brechtken, Präsident des Schwäbischen und Deutschen Turner-Bundes zeigte sich äußerst erfreut: "Es ist ein großes Zeichen der Solidarität der DaimlerChrysler Bank für unseren Turner. Wir sind sehr dankbar."
Der Schwäbische Turnerbund mit seinem Bundesstützpunkt, dem Kunst-Turn-Forum Stuttgart, in dem Ronny Ziesmer seit zwei Jahren innerhalb der Konzentrationsmaßnahmen des DTB trainierte, übernimmt für seine Spendenaktionen dieses Konto. "Wir rufen die Turnfreunde des Landes auf, Ronny zu unterstützen," so Brechtken weiter. Dabei geht es vor allem darum, Ronny Ziesmer und seiner Familie bei den zu erwartenden Kosten nach Abschluss seiner stationären Reha-Maßnahmen finanzielle Hilfestellung zu geben.
Derweilen sah sich nun auch Ronny's Trainingskamerad Thomas Andergassen (im Foto mit Robert Juckel) in der Lage, sich persönlich in einem Brief an Ronny zu wenden:
'WIR WERDEN FÜR DICH TURNEN!'
Hi Ali! Ich kann es immer noch nicht glauben, das mit Deinem Unfall! Der Schock sitzt bei uns allen noch verdammt tief. In jeder freien Minute, ob zu Hause oder im Training, muss ich an Dich denken. Wenn wir in der Halle stehen, merke ich, dass ein Teil von uns fehlt. Wir haben uns gemeinsam auf die Olympischen Spiele vorbereitet und sind bis zu diesem Zeitpunkt den Weg zu unserem Traum zusammen gegangen. Ronny glaube mir, Du gehst auch jetzt diesen Weg mit uns! Eins ist für uns als Mannschaft klar, du wirst immer zum Team gehören. Vielleicht nicht mehr als aktiver Turner, aber als Mensch und guter Freund. Du gehst in Gedanken mit uns nach Athen und wir werden dort für "unser" gemeinsames Ziel kämpfen! WIR WERDEN FÜR DICH TURNEN! Ronny, ich habe Dich als Kämpfer kennengelernt und tagtäglich als Kämpfer im Training erlebt. Ich weiß, dass ich Dich auch in dieser neuen, schweren Situation kämpfen sehe. Egal, wie groß die Berge vor Dir auch sein mögen und wie lang und anstregend die Wege, die noch vor dir liegen, sind. Du schaffst das!!! Ich Glaube an Dich! Dein Thomas"
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Festbroschüre zum 20-jährigen Bestehen des SC Cottbus Turnen e.V.
(PDF, ca. 6,0 MB)

Wir stehen für einen sauberen Sport!
Für einen fairen Wettkampf, in dem der Beste gewinnt und der Verlierer die Leistung seines Bezwingers respektiert.
NADA - Nationale Antidoping Agentur
SPORTCLUB COTTBUS TURNEN e.V. - Dresdener Straße 18, 03050 Cottbus, Tel: (0355) 48 63 52, E-Mail: info@scc-turnen.de