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Unser Mann in Athen
"Ich will etwas zurückgeben"
13.08.04
In Cottbus aufgewachsen und von Anfang an beim SC Cottbus behutsam entwickelt und zu sportlichen Ehren gekommen, stand Robert Juckel, damals 20 Jahre jung 2003 vor der Entscheidung, seinen Lebensmittelpunkt im Zuge der Zentralisierungsmaßnahmen des DTB in Richtung Athen an einen der beiden DTB-Stützpunkte (Berlin/Stuttgart) zu verlegen, um in größeren Trainingsgruppen zu trainieren. Gerade in dieser trainingsintensiven Sportart Turnen, die täglich zwei bis drei Trainingseinheiten abverlangt und kaum Freizeit zulässt, sind Leistungsverbesserungen überwiegend nur durch permanentes, gemeinsames Training möglich.
Natürlich muss es auch Ausnahmen geben, doch sind diese nicht die Regel ! Robert bereut den Schritt bisher nicht, seinen momentanen Lebensmittelpunkt nach Stuttgart verlegt zu haben. Für ihn ist wichtig, in der Gruppe, zu denen neben den anderen Top-Turnern auch noch eine Reihe von Nachwuchsathleten gehören, ein gutes Hochleistungsklima vorzufinden. Demzufolge bewertet er auch die Zusammenarbeit, wie auch den Zusammenhalt als äußerst positiv.
Inzwischen zählt das „Ländle“ zu so etwas wie seiner zweiten Heimat. Er wohnt etwas außerhalb der Stadt in Fellbach- Schmiden. Die kurzen Fahrten zum Training (8 km) machen ihm wenig aus. Vielmehr plagt ihn ein wenig die monatliche Pendelei nach Cottbus. Für ihn ist es schwierig, günstige Flugmöglichkeiten in Anspruch zu nehmen, da diese auf Wochen im Voraus zu buchen sind, da der eigene Trainingsplan nach den aktuellen physischen Voraussetzungen, somit variierbar, gestaltet sein muss. Robert, der seit seinem Abitur ausschließlich Turner und Angehöriger der Bundeswehr Sportfördergruppe ist, macht sich natürlich auch Gedanken, wie es mit ihm, spätestens nach der Weltmeisterschaft 2007 in Stuttgart weitergehen soll. Er strebt eine Berufsausbildung in Verbindung mit einem Berufsakademie-Abschluss an. Dies sollte dann wohl auch möglich sein, denn Robert wird ganz sicher eine zuverlässiger, stresswiderstandsfähiger Mitarbeiter sein !
Robert gefällt´s im „Ländle“, zumal auch die OSP- Betreuungsmöglichkeiten Physiotherapie und die sportmedizinische Betreuung im allernächsten Umfeld stattfinden können. So ist er Stammgast in der Physiotherapie und auch beim OSP- Orthopäden Daniel Wagner, den er besonders schätzt.
Bleibt nur noch zu wünschen dass sich seine Ziele verwirklichen, die er mit einem Finalplatz im Mannschaftswettbewerb (Platz 8) in Athen zusammenfasst.

Der Cottbuser Turner Robert Juckel macht gegenwärtig eine besonders schwere Zeit durch, denn dieses Ziel verfolgte auch sein Mannschaftskamerad Ronny Ziesmer. Nach dessen dramatischen Trainingsunfall steht sein Traum, de Teilnahme an den Olympischen Spielen in Athen, plötzlich in einem völlig anderen Licht. Gerade deshalb will sich der 22-Jährige “richtig reinhängen“. "Dies wird nach Ronny's Ausfall unglaublich schwer, doch wir werden alles geben und kämpfen bis zum umfallen" sagt Juckel, mit dem Hinweis auf Ronny's Botschaft „Gas zu geben“ und „die ‚Arschbacken’ zusammenzukneifen“. Juckel weiß, dass er als Einzelstarter in Athen nur eine Außerseiterchance hat, um überhaupt das Finale zu erreichen. “Es gibt einfach zu viele Spezialisten an den einzelnen Geräten”, erklärt der Athlet. Auf die Frage, wie es nach Athen mit seiner Karriere weitergeht antwortet Robert Juckel: “Natürlich macht man sich in dieser schwierigen Situation Gedanken um ein Karriereende ! Aber ich denke, dass für mich dies alles eine große Herausforderung ist und die WM 2007 in Stuttgart und Olympia 2008 wären noch einmal große Ziele … und in Cottbus braucht man mich jetzt auch mehr denn je: Ich will etwas zurückgeben !”
(µ)
Was ist wirklich bedeutsam
Ziesmer in Reha mit ganzer Kraft
13.08.04
Ronny Ziesmer liegt im Unfallkrankenhaus Berlin. Seit einem Trainingsunfall am 12. Juli ist der 25-jährige für Olympia nominierte Kunstturner vom Hals abwärts querschnittgelähmt. Ronny Ziesmer ist doch in Athen. In den Köpfen seiner sechs Teamkollegen, die den Schock über den tragischen Unfall am Samstag mit in den olympischen Wettkampf nehmen.
Öffentliches Training in der Olympic Indoor Hall. Fabian Hambüchen, mit 16 Jahren der jüngste deutsche Olympiateilnehmer, streckt sich, geht in maximale Körperspannung, hält sich für seine Bodenübung bereit. "Fabian wird hier der Publikumsliebling", sagt Wolfgang Willam, der Pressesprecher des Deutschen Turn-Bundes, "weil er wie ein Wiesel über die Fläche heizt." Und dann legt der 1,58 Meter große Turn-Floh los. Das Publikum ist begeistert. "Sehen Sie? Die Zuschauer sind aufgewacht, obwohl sie schon zwei Stunden in der Halle sind", fühlt sich Willam bestätigt.
Das deutsche Kunstturn-Team bemüht sich, die Gedanken an Ziesmers schrecklichen Unfall zu verdrängen. "Wir sind uns alle einig, dass es uns nicht gut tut, wenn wir uns zu sehr mit der Geschichte beschäftigen", sagt das kleine große Talent Hambüchen.
Die beiden Jüngsten, der 18-jährige Matthias Fahrig und Hambüchen, haben die "Geschichte" am besten verarbeitet. Doch Ziesmers beste Freunde, Thomas Andergassen und Robert Juckel, haben an Ziesmers Schicksal arg zu knabbern. Das Unglück hat so sehr seine Spuren hinterlassen, dass Andergassen in Athen beim Sprung nicht an den Start gehen wird. Verständlich, weil Andergassen wie Ziesmer den Tsukahara-Doppelsalto turnen wollte. Bei dieser Übung stürzte Ziesmer so schwer, dass er sich die Halswirbelsäule und das Rückenmark verletzte. Auch Juckel zieht Konsequenzen, er wird bei seiner Bodenübung nach dem eineinhalbfachen Salto nicht über den Nacken abrollen.
Den deutschen Kunstturnern geben die neuesten Nachrichten aus der Berliner Spezialklinik Kraft. Ziesmer kann schon im Rollstuhl sitzen und sogar seinen linken Arm so weit bewegen, dass er ein Handy mit Freisprecheinrichtung benutzen kann. Am Samstag wird er vor dem Fernseher sitzen und den Auftritt seiner Teamkollegen verfolgen. "Er hat uns gesagt, dass er das T-Shirt mit unseren Unterschriften, das wir ihm nach Berlin geschickt haben, anziehen wird", erzählt Pressesprecher Willam.
Ronny Ziesmer ist ein Kämpfer. So wie er früher eine Turnübung mühsam erarbeitete, legt er jetzt seine ganze Kraft in die Reha-Maßnahmen. "Ronny verkörpert das Gegenteil von Aufgeben (Foto). Das fasziniert mich", sagt Andreas Hirsch. Der deutsche Cheftrainer will hier nicht viel über den Unfall sprechen. Der 46-Jährige stand bei dem schlimmen Unfall neben dem Gerät. Atemlos vor Schreck. Fassungslos vor Entsetzen. Sein ganzes Leben war aus den Bahnen geraten. Hirsch stellte seine gesamte Arbeit in Frage. Hatte es denn wirklich noch Sinn, sich um das Turnen zu kümmern? Als er kurz danach zum Friseur musste, sagte er im Salon nur, "schneiden Sie, wie Sie wollen, das ist nicht mehr wichtig".
Seine Turner haben ihm geholfen, mit dem Vorfall besser klarzukommen. Und als Ziesmer selbst davon sprach, sie sollten weiter arbeiten, auch für ihn selbst, ging Hirsch mit seinen Jungs wieder an die Geräte. Psychologe Dr. Hans-Dieter Hermann führte stundenlange Einzelgespräche, um die Blockade in den Köpfen zu lösen. Hirsch will sich hier in Athen nicht ablenken lassen, weiß aber ganz genau, wohin sein Weg am 27. August nach der Rückkehr in Berlin führen wird: "Ich fahre sofort zu Ronny ins Krankenhaus."
Jetzt will er sich aber erst einmal ganz auf die olympische Aufgabe konzentrieren. Auch ohne Ronny wollen sie den angestrebten Platz acht erreichen. Auch für Ronny. Ein kleines Problem gibt es noch: Fabian Hambüchens Kontaktlinsen sind kaputt gegangen und die neuen sitzen nicht richtig. Cheftrainer Hirsch wird nicht in Panik geraten. "Die Relationen haben sich durch Ronnys Unfall verändert", sagte er nach Ziesmers Unfall. "Sport ist wunderbar, man misst sich gern mit anderen, aber was ist wirklich bedeutsam?"
Eine Frage, die sich nicht nur Andreas Hirsch immer wieder stellen sollte. Was ist wirklich bedeutsam?
(source: waz)
Ronny - ein Vorbild für die gesamte Riege
Deutsche Turner wollen für Ziesmer "Gas geben"
12.08.04
Aufwärmen, auflockern, Übung auf dem Podium absolvieren - für die deutschen Olympiaturner zwei Tage vor ihrem Mannschafts-Wettkampf Alltag im Training. Eine sehr willkommene Abwechslung, die nach zwei Stunden schlagartig zu Ende ist. Die deutsche Turner-Riege verlässt mit ernsten Gesichtern die Olympia-Halle, die Erinnerungen werden wieder wach.

Unfall im Kopf
Anzeige Seit dem 13. Juli ist nichts mehr wie es war bei den deutschen Geräteartisten, der tragische Trainingsunfall ihres Teamkollegen Ronny Ziesmer hat einen Großteil der Vorfreude auf die Spiele von Athen genommen. "Wir versuchen, nicht zu viel an uns herankommen zu lassen", sagt Cheftrainer Andreas Hirsch und zuckt dabei fast unmerklich mit den Schultern. Doch niemand kann die brutale Wahrheit ausblenden, dass der 25-Jährige aus Cottbus seit seinem missglückten Sprung in der Sportschule Kienbaum vom Hals abwärts gelähmt ist.

Balance zwischen Verdrängen und Kontakt
Die Athleten, so hoffen sie, haben die Balance zwischen dem Kontakt zu Ziesmer und dem Verdrängen der Tragödie gefunden. "Als Ronny Geburtstag hatte, haben wir alle mit ihm telefoniert", berichtet sein Vereinskollege Robert Juckel, dank einer speziellen Freisprecheinrichtung kann Ziesmer auf diese Weise Kontakt mit der Außenwelt halten. Bei diesen Gesprächen soll es vorerst bleiben, Hirsch hat jedoch versprochen, früher als geplant nach Berlin zurückzukehren und seinen Ex-Schützling dort im Krankenhaus zu besuchen.

Neue Nachrichten über den Zustand des Lausitzers gelangen via Wolfgang Willam, Sportdirektor des Deutschen Turner-Bundes (DTB), zu den Athleten. Und da gibt es sogar positive Neuigkeiten. Willam: "Bei meinem letzten Besuch in der vergangenen Woche konnte Ronny mit Stützhilfe schon im Rollstuhl sitzen. Sein Rückenmark ist gequetscht, nicht völlig unterbrochen. Er kämpft bewundernswert, ein Vorbild für die gesamte Riege."

Team-Benjamin Fabian Hambüchen, der im Oktober erst 17 Jahre alt wird, kann noch am unbefangensten mit der schwierigen Situation umgehen. "Ronny hat am Telefon gesagt, wir sollen Gas geben, und das werden wir auch tun, speziell für ihn", erzählt der dreifache Junioren-Europameister, der sich nach dem Ausfall Ziesmers einer erweiterten sportlichen Herausforderung stellen muss. Als Neuling war er eigentlich nur für den Einsatz an drei Geräten vorgesehen, jetzt lässt Hirsch ihn einen kompletten Sechskampf turnen.

Andergassen streicht Unglückssprung
Am Schwersten tut sich Thomas Andergassen mit dem Verarbeiten des Unglücks. Der Stuttgarter, im Verlauf seiner Karriere selbst mehrfach von langwierigen Verletzungen aus der Bahn geworfen, hat daher auch für sich selbst eine Konsequenz gezogen. Er nahm den Tsukahara (Sprung mit halber Drehung und Doppelsalto rückwärts), der seinem Kameraden zum Verhängnis wurde, aus seinem Programm...
(source: yahoo)
Die Favoriten zeichneten sich ab...
Deutsche Jungs turnen voll für Ronny Ziesmer!
12.08.04
Obwohl man nach Betrachten aller 12 Mannschaften des bevorstehenden Olympischen Turniers der Männer keinen absoluten Goldaspiranten für den Mannschaftssieg ausmachen konnte - die Teams mit echten Medaillenabitionen zeichneten sich schon ab:
Es sind dies natürlich Weltmeister und Olympiasieger China, Japan in sehr guter, geschlossener Verfassung, die USA, Rumänien und die Ukraine (mit Roman Zozulya).
Obwohl für viele Beobachter hier in Athen der Geheimtipp für den Sieg - so richtig konnten die Chinesen zunächst nur an Pauschenpferd und am Sprungtisch überzeugen, aber noch waren ja längst nicht alle Karten beim Podiumsdurchgang aufgedeckt...

Die Team-Finalaspiranten...
Vielleicht kann man dann die Mannschaften Russlands, Koreas und Frankreichs in eine zweite Leistungsgruppe einordnen, also jene Mannschaften, die echte Aussichten auf das Erreichen der Finalrunde der besten Acht hätten... aber da könnten die Grenzen durchaus fließend sein, auch wenn man zunächst in einem dritten Teamprofil Deutschland, Kanada, Italien und Spanien einordnet...

Die Auffassungen, wie man bei Olympia den Podiumsdurchgang nutzt, waren durchaus unterschiedlich:
Für die Topteams war es wie ein echter Wettkampf, manche - wie die Deutschen - checkten vor allem an Sprung und Barren nochmals die Zeitabläufe inklusive Einturnen - Wettkampf - Gerätoptimierung ab - andere Länder testeten auch nur die Geräteverhältnisse und verzichteten auf komplette Übungsdurchgänge...

DTB-Riege (mit Robert Juckel - Foto) hinterließ einen "abgeklärten" Eindruck, so das Resümeè des deutschen Cheftrainers Andreas Hirsch am späten Mittwochabend: "Ja, auch Außenstehende bescheinigten unserer Truppe einen ziemlich abgeklärten Eindruck. Ich bin mit allem, was hier lief ziemlich zufrieden. Wenn wir annähernd das zum Wettkampf wiederholen, entspricht das schon meinen Vorstellungen, abzüglich der noch kleineren Wackler, am Boden vielleicht und zuzüglich der Verbesserung der Stände... Ich bleibe dabei: Unser Ziel, doch noch den achten Platz, also das Erreichen des olympischen Mannschaftsfinals zu schaffen, das haben ich und unsere Jungs nicht aufgegeben. Alles hängt aber dann sehr von der tatsächlichen Tagesform ab.!

Deutsche Jungs turnen voll für Ronny Ziesmer!
"Auf diesem Wege: Ein herzlicher Gruß an Ronny Ziesmer im Berliner Krankenbett: Die ganze Mannschaft versteht hier ihren Auftritt ganz im Sinne seines Auftrages und turnt voll für ihn!"
Am Donnerstag steht natürlich für das gesamte Team weiteres Training an: konzentriert wird sich vor allem auf Feinschliff und die Optimierung der Abgänge und Stände.
(source: gymmedia)
nun wird es langsam ernst
Juckel in Athen auf dem Podium
11.08.04
Für den Cottbuser Turner Robert Juckel wird es heute bei den Olympischen Spielen in Athen das erste Mal ernst. Mit den Teamkollegen der Nationalmannschaft absolviert er ein sogenanntes Podiumstraining. Das ist die Generalprobe für den samstäglichen Wettkampf.
"Es wird langsam Zeit" so Juckel, "Wir wollen endlich wissen, wofür wir so ewig lang und hart trainiert haben".
Am Samstag wird es dann endgültig ernst: Die Qualifikation steht auf dem Programm... eigentlich der wichtigste Wettkampf ! Hier will sich das deutsche Team für das Final der letzten 8 Mannschaften qualifizieren. "Dies wird nach Ronny's Ausfall unglaublich schwer, doch wir werden alles geben und kämpfen bis zum umfallen" sagt Juckel, mit dem Hinweis auf Ronny's Botschaft an sein Team ! Sollte es für die DTB-Auswahl nicht laufen, sich die Verbesserung um 4 Plätze zur letzten Weltmeisterschaft nicht einstellen können, dann wären die Olympischen Spiele für Robert schon am Samstag vorbei, denn weitere Finalchancen sind einfach unwahrscheinlich.
Die deutschen Männer in Athen
Vorschau
09.08.04
Die Turn-Wettkämpfe der Männer und Frauen in Athen finden in den Tagen vom 14. bis 23. August statt.
Das Deutsche Nationalteam der Männer geht am 14. August mit Thomas Andergassen (Stuttgart), Matthias Fahrig (Halle) Fabian Hambüchen (Wetzlar-Niedergirmes), Sven Kwiatkowski (Chemnitz), Robert Juckel (Cottbus), und Sergej Pfeifer (Hannover) an den Start.
Auftakt für die Turner ist die Qualifikation für das Mannschaftsfinale mit den 8 besten von den insgesamt 12 startenden Mannschaften.
Grundsätzlich ist dieser Qualifikationswettkampf, der so genannte Wettkampf I, bei Männern und Frauen der maßgebliche Teil des gesamten Turniers - entscheidet er doch über die Teilnahme an allen weiteren Wettkämpfen (Finals Mannschaft, Einzel-Mehrkampf, Geräte Einzel)! Das Deutsche Männerteam turnt am Abend im letzten von 3 Durchgängen zusammen mit Weltmeister China und Vizeweltmeister Japan - am Pauschenpferd beginnend.
Bereits an diesem ersten Wettkampftag fällt die Entscheidung über das selbst gesteckte Ziel, mit Rang 8 in das Mannschaftsfinale einzuziehen. Cheftrainer Andreas Hirsch gibt sich optimistisch: "Die Aufgabe ist durch den tragischen Unfall und das Fehlen des an allen Geräten souverän turnenden Ronny Ziesmer natürlich nicht leichter geworden, gleichwohl hat das Team im Ländervergleichskampf in Schwäbisch-Gmünd am17. Juli und im Abschlusswettkampf in Kienbaum hervorragende und stabile Leistung gezeigt, die berechtigte Hoffnung auf Platz 8 gibt".
Als Favoriten im Mannschaftsfinale am 16. August (20.30 - 23.30 h) gelten für Hirsch wie für DTB-Sportdirektor und Delegationsleiter Wolfgang Willam die Teams aus China, Japan und USA, aber auch Rumänien könnte bei optimalem Wettkampfverlauf in den Kampf um olympisches Mannschaftsgold eingreifen. Im Finale des Mehrkampf Einzel der 24 besten Turner (18. August, 20.30 - 23.00 h) ist die entscheidende Frage: Gelingt „Überraschungs“-Weltmeister von Anaheim, Paul Hamm (USA), ein neuerlicher Erfolg? Hoch gehandelt werden zudem Naoyi Tsukahara (JPN), WM-Vize Yang Wei (CHN) und der rumänische Europameister Marian Dragulescu.
Im Gerät-Finale der besten 8 Turner pro Gerät (Boden, Pauschenpferd, Sprung; 22. August, 20.00 - 23. 00 h) gehört Paul Hamm am Boden ebenfalls zum Favoritenkreis, dazu Jordan Jowtschew (BUL), der rumänische Boden-Europameister Dragulescu sowie der WM-Dritte Kyle Shewfeldt (CAN). Am Pauschenpferd könnte es - wie zuletzt bei der WM 2003 in Anaheim (USA) - ein Duell zwischen den punktgleichen Weltmeistern Haibin Teng (CHN) und dem Japaner Takehiro Kashima geben; in die wahrscheinlich asiatisch dominierte Titelentscheidung wäre ein Eingreifen zweier Rumänen vorstellbar, durch den Europameister Ioan Sucio und die „Pauschenpferd-Legende“ Marius Urzika. Auch an den Ringen ist nach dem aktuellen Leistungsstand ein Duell der beiden zur Zeit die „Ringe-Szene“ dominierenden Weltmeister Jowtschew und Dimosthenis Tampakos (GRE) vorstellbar. Die größten Chancen auf den Titel zu Beginn des 2. Gerätfinals (Sprung, Barren, Reck; 23. August, 20.00 - 23.00 h) haben die zur Zeit dominierenden Sprung-Athleten, Weltmeister Li Xiao-Peng (CHN), Dragulescu und Shewfelt. Am Barren ist für Andreas Hirsch ebenfalls eine Duellsituation zwischen Xiao-Peng und Alexej Nemov (RUS) vorstellbar; Nemov hat Cheftrainer Hirsch auch am Reck ganz oben auf seiner Favoritenliste, gemeinsam mit Weltmeister Takehiro Kashima (JPN) und Europameister Vlasios Maras (GRE).
Die Chancen „seiner“ Athleten prognostizierend, gibt sich Hirsch zurückhaltend: „Im Idealfall könnten 2 Turner das Mehrkampffinale erreichen, einer sich zwischen Platz 10 -15 positionieren; Finalchancen haben bei optimalem Verlauf Fabian Hambüchen am Boden und Reck sowie Thomas Andergassen am Pauschenpferd und Barren.“
(dtb-gekürzt)
der Countdown läuft
... erstes Training geich nach Ankunft
09.08.04
Direkt aus dem Olympiacamp Kienbaum über Frankfurt kommend, sind die deutschen Turn-Olympiateilnehmer der Männer und Frauen am Sonntag pünktlich auf dem neuen Flughafen der Olympiastadt Athen gelandet. Empfangen wurden sie vom Sportdirektor des DTB Wolfgang Willam, der bereits vorher angereist war und die Bedingungen im Olympischen Dorf gecheckt und als "exzellent" befunden hatte.... Vom ca. 23 km entfernt liegenden Flughafen gings direkt ins Olympische Dorf und bereits für 15 Uhr ist ein erstes Training vor Ort vorgesehen...
Kurz vor dem scharfen Start...
Das Heimtraining in Kienbaum bei Berlin hatten die deutschen Männer am Mittwoch mit einem hochkonzentrierten Mannschaftsdurchgang abgeschlossen, der mit über 225 Punkten zur höchsten Zufriedenheit aller endete. Zudem ist die ganze Mannschaft zumindest konditionell top-fit, es gab bislang keine weiteren verletzungsbedingten Einschränkungen, so dass sie mit verhaltenem Optimismus nun in die letzte Phase der Vor-Ort-Präparation gehen können, unter Bedingungen, die der Stuttgarter Thomas Andergassen und der Chemnitzer Sven Kwiatkowski bereits vom März (Pre-Olympics) her kennen...
... und mit einem "besonderen Auftrag" ihres im Unfallkrankenhaus Berlin liegenden, verunglückten Kollegen Ronny Ziesmer, ihr Bestes bei Olympia zu geben, ... auch ein wenig für ihn!

Nach dem Eintreffen der Deutschen sind nun so gut wie alle Teilnehmer an den olympischen Turnwettbewerben eingetroffen. Durchweg alle hinterlassen einen vorzüglichen Eindruck bei ihren Trainingseinheiten. Es fällt auf, dass besonders die Frauen knallharte Programme durchziehen, während es die Männer in der Regel etwas lockerer angehen lassen. Besonders beeindruckt der athletische Zustand der "Etablierten", solcher Männer wie Juri Chechi (ITA), dem einstigen "Herrn der Ringe" - mit 35 Jahren der älteste Turner - oder auch Iwan Iwankow (BLR), Alexei Nemow die sind also keineswegs nur als reiner PR-Gag hier...
(source: gymmedia.de)
Sportler helfen Ronny
von Deutschlandachter über den Schwimm- zum Skistar
09.08.04
«Wir wollen Ronny Ziesmer helfen» so der einhellige Tenor aus dem Lager der Sportler:
Nach dem Bekenntnis der Fußballer des FC Energie Cottbus wollen beispielsweise die Sportakrobaten des SC Hoyerswerda bei der Benefiz-Sportgala des DTB teilnehmen. Antje Michl und Björn Fünfstück wollen sich an der Benefizgala beteiligen. «Das ist uns schon ganz schön nahe gegangen, da wir ja auf einer ähnlichen Sportart unser Hauptbetätigungsfeld haben. Das könnte rein theoretisch auch bei uns passieren. Deshalb haben wir uns zu spontaner Hilfe entschieden und wollen möglicherweise unseren Beitrag bei der Sportgala leisten» , erzählt Daniela Fünfstück vom SC Hoyerswerda. Dabei sind in erster Linie die Aktiven des Vereins gefragt, um im Programmteil das Erlernte der Sportakrobatik zu zeigen. Mit Antje Michl und Björn Fünfstück entschieden sich die Vorzeigeakrobaten des Vereins spontan, dass man in diesem Fall helfen muss. «Es ist eine wahnsinnige Tragik, dass sich dieser Unfall überhaupt ereignet hat und die Folgen so gravierend sind. Mit unserem Auftritt wollen wir zum Gelingen der Gala beitragen, unseren Anteil dafür leisten, dass der Erlös für Ronny Ziesmer recht groß ist» , erzählt Akrobatin Antje Michel. In den nächsten Stunden wird deshalb Post von den Hoyerswerdaer Sportakrobaten an den SC Cottbus gehen, in der die Mithilfe an der Benefizgala angeboten wird. Da ist es den Hoyerswerdaern egal, wo sie im Rahmen dieser Veranstaltung eingebunden werden. «Entscheidend für uns ist, dass wir irgendwie helfen können» , so Antje Michl.

Das Team Telekom Rudern beteiligt sich an der Spendenaktion der Stiftung Deutsche Sporthilfe und des Deutschen Turner-Bundes zugunsten von Ronny Ziesmer.
Mit der Spende in Höhe von 3.000 Euro wollen ihm die Ruderer Mut zusprechen für das Leben nach dem Leistungssport und einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass ihm nach Abschluss der stationären Reha-Maßnahmen finanzielle Mittel für sein Leben nach dem Unfall zur Verfügung stehen.
„Als wir von dem schweren Unfall und insbesondere der niederschmetternden Diagnose aus der Presse erfahren haben, waren wir schlicht und ergreifend fassungslos darüber, dass sich ein Sportler auf absolutem Top-Niveau innerhalb weniger Momente auf ein ganz anderes Leben einstellen muss.“, sagte Sebastian Schulte aus dem Deutschland-Achter und Aktivensprecher der Ruderer.
„Für uns war es selbstverständlich, dem Spendenaufruf Folge zu leisten. Denn sein Schicksal ist nicht spurlos an uns vorübergegangen und hat uns tief bewegt“, erklärte Klaus Walkenhorst, Leiter des Stützpunktes Dortmund.


Die bisher höchste Einzelspende verbuchte die Sporthilfe, die das gemeinsame Konto mit dem Deutschen Turner-Bund seit Ende Juli betreut, von dem ehemaligen Ski-Rennfahrer Christian Neureuther. Dieser spielte gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des «Eagles Charity Golf Club» bei einem Turnier in München 5 000 Euro zu Gunsten des 25 Jahre alten Turners ein.
«Es ist eine unserer größten Herzensangelegenheiten, Sportlern dann beizustehen, wenn sie ein besonderer Schicksalsschlag mitten aus dem aktiven Sportlerleben reißt, wie jetzt bei Ronny», sagte Neureuther.
Weitere Spendenerlöse sollen durch Veranstaltungen und Maßnahmen während der Olympischen Spiele in Athen im «Deutschen Haus» erzielt werden. Die finanzielle Unterstützung soll Ziesmer und seiner Familie nach Abschluss der stationären Reha-Maßnahmen eine Perspektive für sein Leben nach dem Unfall zu geben.



Noch ein Beispiel: Franziska van Almsick, die dem Kunstturner Ronny Ziesmer nach dessen tragischem Trainingsunfall einen Brief schrieb. Als die 26-jährige Berlinerin vor einigen Wochen im Trainingslager in der spanischen Sierra Nevada von Ziesmers Querschnittslähmung erfuhr, rief sie ihre Teamkollegen zusammen. Man könne jetzt nicht einfach zum Tagesplan übergehen, sagte sie und sendete im Namen der gesamten Nationalmannschaft dem verunglückten Turner eine Botschaft, die ihm Mut zusprechen sollte.

Wer Ronny Ziesmer ebenfalls unterstützen möchte, dem sei das Spendenkonto ans Herz gelegt, auf das auch aus dem Ausland eingezahlt werden kann:
Auf dem Podium wird meist nur noch Russisch gesprochen
Andreas Hirsch über das internationale Turnen vor Athen
08.08.04
"Trotz unverkennbarer Fortschritte wird es für uns immer schwerer, bei Großereignissen wie Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen gut abzuschneiden oder gar in die Nähe der Medaillenränge zu kommen."
Chef-Bundestrainer Hirsch weiß, wovon er spricht.
Fakt Nummer eins ist, dass die Asiaten für das Turnen besser prädestiniert sind, weil sie von ihrem kleineren und leichteren Körperbau profitieren und diese Vorteile auch entsprechend ausnutzen.
Fakt Nummer zwei ist, dass nach der Auflösung der Sowjetunion nicht mehr nur eine starke Riege antritt, sondern mindestens fünf oder gar sechs als Konkurrenten in Frage kommen als da wären Russland, Weißrussland, Ukraine, Kasachstan, Georgien und Lettland.
Fakt Nummer drei ist, dass das russische Know how heutzutage in die ganze Welt transportiert wird. Die jüngsten Erfolge von Frankreich, Kanada, Australien, Brasilien, aber auch Japan und USA sind darauf zurückzuführen, dass Trainer aus der ehemaligen UdSSR in diesen Ländern arbeiten.
Fakt Nummer vier ist, dass neue Länder hinzukommen wie beispielsweise Brasilien, wo Temperament und soziale Armut gepaart mit Motivation und dem Willen für ein besseres Leben geradezu einen fruchtbaren Boden für eine Leistungsexplosion bereiten. So gab es beispielsweise bei der WM 2003 in Anaheim /USA erstmals eine Goldmedaille für das südamerikanische Land durch eine Bodenturnerin.
"Egal, wohin wir auch kommen, auf dem Podium wird meist nur noch Russisch gesprochen", stellte Hirsch fest, der als weiteren Grund ausgemacht hat, "dass bei uns, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, ein Großteil der Spitzensportler relativ gut abgefedert ist."
Obwohl die Elle international höher gelegt wurde, sieht der Bundestrainer dennoch nicht schwarz, weil er fest davon überzeugt ist, dass die deutschen Turner aus dem tiefen Tal heraus sind und dass nur noch ein Quäntchen Glück zum Erfolg fehlt, um statt eines vierten Platzes eine Medaille zu holen.
Dafür könnte unter anderem einer sorgen, der erst vor wenigen Wochen dreifacher Jugend-Europameister in Ljubljana geworden ist, Fabian Hambüchen aus Wetzlar, der am Reck, Pferdsprung und Boden siegte und außerdem die Mannschaft zu einem zweiten Platz führte, was vorher noch nie eine deutsche Nachwuchsriege (mit Phillip Boy / Cottbus) geschafft hatte.
Sein Vorteil ist die gute Ausbildung auf dem Trampolin, sagt Hirsch und zählt dann noch weitere Gründe für seine beachtliche Leistungsentwicklung auf: Er hat keine Angst vor Bewegungssituationen, ist koordinativ stark, lebensbejahend, positiv motiviert und möchte gern das präsentieren, was er gelernt hat.
"Hoffentlich kann er sich seine Unbekümmertheit möglichst lange bewahren", so der Bundestrainer, der den achten Platz für Athen anpeilt, weil davon auch die zukünftige Förderung durch den Bundesleistungsausschuss und damit auch das Bundesinnenministerium abhängt.

Allerdings fliegen die deutschen Turner mit einem großen seelischen Rucksack nach Athen , denn einer der ihren liegt schwer verletzt im Unfallkrankenhaus von Berlin. Ronny Ziesmer (24) wird nach seinem furchtbaren Trainingssturz beim Vorbereitungslager in Kienbaum, wo er den Bruch der Halswirbelsäule und eine Quetschung des Rückenmarks erlitt, künftig unterhalb des Kopf gelähmt sein. Der Deutsche Mehrkampfmeister von 2003 war beim Pferdsprung nach einem Tsukahara mit Doppelsalto unglücklich auf dem Kopf gelandet. Trotz sofortigen Transports mit einem Rettungshubschrauber in die Klinik und einer Operation gelang den Ärzten nur eine Stabilisierung der Wirbelsäule, um weitere Schäden zu verhindern, doch mehr stand nicht in ihrer Macht. Die Verletzung des Rückenmarks erwies sich als irreversibel. Verständlich, dass bei allen der Schock tief saß. Cheftrainer Andreas Hirsch sprach von dem schwärzesten Erlebnis seines Lebens. DTB-Präsident Rainer Brechtgen sagte, dass man dem Verunglückten und seinen Angehörigen alle erdenkliche Unterstützung sowohl in materieller Art als auch psychologischer Betreuung zuteil kommen lassen will. Kienbaum-Geschäftsführer Klaus-Peter Nowack, der wie viele andere Mitarbeiter des Bundesleistungszentrums erschüttert war, erklärte sich ebenfalls sofort bereit, Hilfsmaßnahmen ins Leben zu rufen.
(source: kienbaum)
Ronny's großer Wunsch: Auto fahren
Vater Bernd Ziesmer über seinen schwer verunglückten Sohn Ronny / Dank für Unterstützung
07.08.04
Die Briefe und E-Mails lassen sich inzwischen nicht mehr zählen. Allein auf dem vom SC Cottbus eingerichteten Spendenkonto sind bisher 20.000 Euro eingegangen. Mit überaus großer Anteilnahme hat die Sportwelt in den vergangenen drei Wochen auf den schweren Trainingsunfall von Ronny Ziesmer reagiert. «Ronny und wir als Familie freuen uns sehr über die große Anteilnahme aus der ganzen Welt. Vor allem Ronny hat es in den schweren Stunden sehr geholfen. Dafür möchten wir uns ausdrücklich bedanken» , sagte in einem RUNDSCHAU-Gespräch gestern Bernd Ziesmer, Vater des Turners vom SC Cottbus.
Ronny Ziesmer freut sich über die große Anteilnahme.
Der tragische Unfall vom 12. Juli hat nicht nur das Leben von Ronny Ziesmer auf dramatische Weise verändert. An diesem Tag stürzte der 25-Jährige im Rahmen der Olympiavorbereitung der deutschen Turner im Bundesleistungszentrum Kienbaum so schwer, dass er mit bleibenden Lähmungen leben muss. Auch für Bernd und Brigitte Ziesmer, Ronnys Eltern, ist der 12. Juli ein tiefer Einschnitt. «Ronny hat fast mehr Kraft als ich» , sagt Bernd Ziesmer mit stockender Stimme.

«Ronny will es schaffen»
Sein Sohn wird zurzeit in der Klinik für Unfall- und Wiederherstellungs-Chirurgie des Unfallkrankenhauses Berlin (ukb) behandelt. Erste, ganz leichte gesundheitliche Verbesserungen machen Ronny, seiner Freundin Kati und der Familie in Groß Oßnig Hoffnung. «Ronny hat den Lebenswillen, es zu schaffen – egal wie. Er hat natürlich die Hoffnung, dass sein gesundheitlicher Zustand nur besser werden kann. Sein großer Wunsch ist es, irgendwann wieder Auto fahren zu können» , beschreibt Bernd Ziesmer den ungebrochenen Kampfeswillen seines Sohnes, der ihn auch schon als Leistungssportler auszeichnete. Und dann schiebt Bernd Ziesmer mit leiser Stimme nach: «Aber seine gesundheitliche Entwicklung ist absolut offen.»
Etwa ein halbes Jahr wird Ronny Ziesmer noch in Berlin medizinisch betreut. Ein Blick zurück im Zorn auf das Turnen und die lauernden Gefahren will Bernd Ziesmer nicht. «Der Sport hat damit nichts zu tun. Andere Menschen verunglücken beim Baden. Das sollte er sich nicht vorwerfen.» Der Blick geht vielmehr in die Zukunft. Ob Ronny Ziesmer nach Abschluss der stationären Behandlung nach Cottbus zieht oder zu seinen Eltern – das ist offen. «Wir versuchen natürlich, viel vorzubereiten. Aber es hängt eben fast alles von der weiteren gesundheitlichen Entwicklung ab. Deshalb lässt sich jetzt noch wenig entscheiden» , berichtet Bernd Ziesmer.

DSB ruft zur Hilfe auf «Es kommt darauf an, Ronny Ziesmer nach Abschluss der stationären Reha-Maßnahmen eine Perspektive für sein Leben nach dem Unfall zu geben» , betonte gestern erneut Manfred von Richthofen, Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB). Der DSB hat sich unlängst der vom Deutschen Turner-Bund (DTB) und der Stiftung Deutsche Sporthilfe initiierten Hilfsaktion für Ziesmer angeschlossen.
Der DSB will sich auch an der Vorbereitung und Durchführung einer im Herbst geplanten großen Benefiz-Veranstaltung (die RUNDSCHAU berichtete) für Ronny Ziesmer beteiligen, teilte der DSB gestern mit. Bernd Ziesmer hat die große Anteilnahme bewegt – und Ronny hat sie etwas Kraft in schweren Stunden gegeben. Bernd Ziesmer: «Sogar bei uns im Ort wurde eine Spendensammlung durchgeführt. Ronny ist zwar nicht der Typ für öffentlichen Rummel um seine Person. Trotzdem zollen wir jedem unseren Dank, der sich bemüht, ihm zu helfen.»
(source:lr-online.de)
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