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Beginn der Bundesligasaison
Straubenhardts Jungstar Hambüchen startet mit Verspätung
01.10.04
Jungstar Hambüchen lernt erstmal Mathematik und Französisch, doch ab Mitte November will auch die große deutsche Hoffnung die Deutsche Turn-Liga (DTL) zur Auftritten vor heimischem Publikum nutzen.
«Die Saison war sehr hart, Fabian muss jetzt die Zeit nicht nur für die Schule nutzen, sondern auch, um neue Elemente zu trainieren und an Kraft zuzulegen», begründet sein Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen den verspäteten Einstieg seines Sprösslings in die Liga-Saison, die am 2. Oktober mit drei Kämpfen beginnt.

Für den KTV Straubenhardt wird der Olympia-Siebte am Reck somit erst am 13. November gegen Bayern München in die DTL starten, ehe am 20. November dann das Familien-Duell mit seinem für den MTV Urberach turnenden Bruder Christian ansteht. Für den gleichen Verein war der damals noch 15-jährige Fabian Hambüchen im Vorjahr engagiert, konnte aber auf Grund von Verletzungen keinen Wettkampf bestreiten.
«Die Liga ist eine gute Sache, wenn nur die Termine besser lägen. Denn wenn man antritt, will man sich in guter Form präsentieren. Das ist für Fabian gegenwärtig gar nicht drin», bedauerte Wolfgang Hambüchen.
Doch nicht nur der Vater des «Turn-Professors», der durch seine unbekümmerte Art und seine hochklassigen Übungen in Athen ein großes Publikum für sich begeisterte, sondern auch andere Auswahlturner haderten vor dem Start der DTL wieder mit der Termin-Überfrachtung. «Ich fände es nicht schlecht, wenn man statt der langen Saison zwei oder drei Wettkämpfe veranstaltet. Das wäre für Zuschauer, Medien und Sponsoren interessanter», meinte der deutsche Mehrkampfmeister Thomas Andergassen, der mit dem siebenmaligen Champion EnBW Stuttgart als großer Titelanwärter ins Rennen geht.

«Die Bundesliga ist immer ungünstig, egal wann sie stattfindet», sagte hingegen Robert Juckel (Foto), der seine Rücktritts-Gedanken ad acta gelegt hat und dem SC Cottbus weiter zur Verfügung stehen wird. «Aber sie ist für die Vereine lebensnotwendig, und auch für uns sind die Wettkämpfe wichtig», fügt Juckel hinzu, der im Vorjahr den Cottbusern noch gemeinsam mit seinem in der Olympia-Vorbereitung so schwer verletzten Team-Gefährten Ronny Ziesmer den fünften Titel bescherte.
Das Schicksal des querschnittsgelähmten Ziesmer wird in Cottbus auch weiter die Szenerie prägen.
Nicht zuletzt geht das Team der Lausitzer mit der Zusatzbezeichnung «für Ronny» in die Saison. Titelambitionen dürfen die Cottbuser jedoch nicht hegen. Neben Ziesmer müssen die Lausitzer auch auf Altmeister Maik Belle verzichten, der seinen Rücktritt erklärte, und dürfen wegen des neuen Ausländerstartrechts - wie andere Vereine (eigentlich) auch - ihren bisherigen Punktebringer Roman Zozulya aus der Ukraine nicht mehr einsetzen.
(source: lr-online.de)

Anmerkung:
Der erste Cottbuser Gegner, die Straubenhardter konnten Ihr gesamtes Team halten und verstärken: Neben Hambüchen wurde der Franzose Frederic Ritter vertraglich gebunden.
Und auch der Ungar Robert Gal wird weiterhin für die KTV an die Geräte gehen. Der Einsatz des Olympia - Sechsten im Pferdsprung drohte zwischenzeitlich an einer neuen Regelung für den Einsatz von Nicht - EU - Ausländern zu scheitern. „Aber das ist vom Tisch. Gal darf weiter für uns turnen, weil er schon länger bei uns unter Vertrag steht und die neue Ausländerregelung für ihn nicht greift“, freut sich Laupp. Ansonsten setzt der Trainer auf bewährte Kräfte wie Alexei Grigoriev (RUS) und Dirk Walterspacher oder auf Talente wie Thomas Taranu und Dimitri Walter.
Deutsche Turnliga startet großen Spendenaufruf für Ronny Ziesmer
30.09.04
Für den am 12. Juli bei einem Trainingsunfall querschnittsgelähmte Ronny Ziesmer startet die Deutsche Turnliga pünktlich zum Beginn der diesjährigen Saison einen Spendenaufruf. Bei allen 113 Wettkämpfen und dem Ligafinale der 36. Ligasaison werden Spenden und zum Teil die Eintrittsgelder gesammelt um diese am Ende des Jahres Ronny Ziesmer für seinen weiteren Weg zur Verfügung zu stellen.
Bei seinem Sturz in Kienbaum hatte sich Ronny Ziesmer den Bruch der Halswirbelsäule und schwere Quetschungen des Rückenmarks zugezogen. Der ehemalige Nationalturner und potentielle Athenteilnehmer befindet sich noch im Unfallkrankenhaus Berlin und wird dort auch noch das nächste dreiviertel Jahr bleiben, um seine Rehabilitationsmaßnahmen durchzuführen.
(dtl)
SCC vor Start in die Bundesligasaison
Mannschaft vor Umbruch – Titelverteidigung kein Thema
29.09.04
Vor einer Saison des Umbruchs steht der SC Cottbus Turnen in der am Samstag beginnenden neuen Runde der Deutschen Turnliga (DTL). Zwar gehen die Lausitzer als Titelverteidiger an den Start, an den Gewinn des sechsten Mannschaftstitels seit 1991 ist indes nicht zu denken. «Wir stehen vor unserer schwierigsten Bundesliga-Saison. Aber wir sind uns dem Ernst der Lage bewusst» , sagt SCC-Mannschaftsleiter Bernd Heide, dessen Team zum Auftakt (15 Uhr, Sportzentrum Cottbus) auf den KTV Straubenhardt mit der neuen deutschen Turn-Hoffnung Fabian Hambüchen trifft.

Der SC Cottbus hat vor der Saison 2004 wohl den größten Aderlass seiner Geschichte zu verkraften. Mit Ronny Ziesmer, Roman Zozulia und Maik Belle stehen drei Eckpfeiler der vergangenen Jahre nicht mehr zu Verfügung. Ziesmer verunglückte am 12. Juli im Rahmen der Olympia-Vorbereitung schwer, musste seine Laufbahn als Turner beenden. Nicht-EU-Ausländer haben in diesem Jahr kein Startrecht in der DTL, sodass der SCC auf Zozulia verzichten muss. Und Maik Belle erklärte nach fast 20 Jahren Spitzensport seinen Rücktritt. Aber auch sonst gibt es zahlreiche Fragezeichen im Kader. Olympia-Teilnehmer Robert Juckel kehrte erst vor wenigen Tagen aus dem Urlaub zurück. In den kommenden Wochen steht für den Angehörigen der Sportförderkompanie der Bundeswehr der Dienst im Mittelpunkt, Training und Wettkämpfe stehen hinten an. Die hoffnungsvollen Nachwuchsturner Philipp Boy und Steve Woitalla, beide Mitglied der Junioren-Nationalmannschaft, fallen nach Operationen zunächst aus. Und auch Neuzugang René Piephardt vom TK Hannover ist nicht vollständig fit und aufgrund einer Schulterverletzung an den Ringen nicht einsatzfähig.
«Ich übernehme die Mannschaft ganz klar mit der Zielstellung Klassenerhalt» , sagt deshalb Trainer Horst Werner bescheiden. Der 51-jährige Wittenberger, der seit 1976 beim SCC arbeitet, übernahm die Rolle des Cheftrainers von «Meistercoach» Christian Adolf, der sich im Zuge der Aufgabenteilung im Bundesleistungsstützpunkt künftig wieder verstärkt dem Nachwuchs widmen wird.
«Wir müssen dieses Jahr kleinere Brötchen backen. Unsere jungen Turner sollen ihre eigene Profilierung unter Wettkampfbedingungen in der Bundesliga fortsetzen. Ich hoffe, dass die jüngeren Turner dabei von den Erfahrenen lernen können.»

Wie im Vorjahr werden die Mannschaftsmeisterschaften im neuen Score System geturnt. Dieses „Mann gegen Mann“-Duell soll für einen spannenden Wettkampfverlauf sorgen, denn vor allem taktische Überlegungen sind dabei zunehmend bedeutender geworden. Einige kleine Veränderungen wird es geben, so die Einführung einer Score Rangliste für Einzelturner. Der Führende wird zu den Wettkämpfen ein „gelbes Trikot“ tragen.
Zu den Favoriten gehört der Überraschungsdritte des Vorjahres, KTV Straubenhardt, der sich einen Leistungsschub durch die Turnkünste von Jungstar Fabian Hambüchen erhofft. Zu einer starken mit Nationalturnern gespickten Mannschaft haben sich der SV Halle und die KTV Chemnitz als Mitteldeutsches Turnteam zusammengeschlossen. Herausragend sind vor allem die Athen-Teilnehmer Sven Kwiatkowski und Matthias Fahrig. Der NTT TK Hannover hat sich dagegen aufgrund des Verlusts zweier Leistungsträger nach über 20 Jahren aus der Bundesliga zurückgezogen.
«Wir müssen unsere Punkte gegen Bayern München und den MTV Urberach machen. Jeder Punkt, sogar jeder Gerätepunkt zählt für uns» , macht SCC-Mannschaftsleiter Bernd Heide noch mal die sehr verhaltene Anspruchshaltung des SC Cottbus deutlich. Von Titelverteidigung spricht bei den erfolgsverwöhnten Lausitzern vor der neuen DTL-Saison jedenfalls niemand.
(source:lr-online.de)
Robert Juckel setzt Nationalmannschaftskarriere fort
"Ich habe eine Entscheidung getroffen"
29.09.04
Robert Juckel wird entgegen ursprünglicher Ankündigungen seine Karriere in der deutschen Turn-Nationalmannschaft fortsetzen. «Ich habe über alles nachgedacht und diese Entscheidung getroffen», erklärte der in Stuttgart trainierende Cottbuser.
Nach dem schweren Unfall seines Teamgefährten Ronny Ziesmer hatte Juckel öffentlich über ein Karriereende nachgedacht. «Ich habe damals gesagt, wenn man sich die Situation von Ronny anschaut, dann muss man sich fragen, ob der Preis dafür nicht zu hoch ist», erklärte der 23-Jährige.

Bei den Olympischen Spielen in Athen hatte Juckel mit der deutschen Turn-Riege gehört, die mit dem Finaleinzug einen sensationell guten achten Platz erkämpft hatte. Nun sind für ihn die Höhepunkte des eben begonnen neuen Olympiazyklusses reizvolle Herausforderungen:
Bereits im August hatte er auf die Frage, wie es nach Athen mit seiner Karriere weitergehen würde geantwortet: “Natürlich macht man sich in dieser schwierigen Situation Gedanken um ein Karriereende ! Aber ich denke, dass für mich dies alles eine große Herausforderung ist. Die WM 2007 in Stuttgart und Olympia 2008 wären noch einmal große Ziele … und in Cottbus braucht man mich jetzt auch mehr denn je: Ich will etwas zurückgeben !”
Unterstützung für Ronny seitens der Cottbuser Sportfamilie
Spendenscheck vom FC Energie / Einlösung eines Versprechens
28.09.04
Zu einem bewegenden Moment kam es gestern kurz vor Beginn des Zweitliogaspiels des FC Energie Cottbus gegen den TSV München 1860: Hier nahm der Vater von Ronny Ziesmer einen Spendenscheck von Energie und seinen Zuschauern in Höhe von 6.500 € entgegen. Auf diese Art und Weise übte die Cottbuser Sportfamilie Solidarität mit dem schwer verunglückten Nationalturner Ronny Ziesmer.
Nach einigen Worten zum gesundheitlichen Zustand seines Sohnes, bedankte sich Ziesmer bei allen, die seinem Sohn in dieser schwierigen Zeit auf welche Weise auch immer unterstützen.
Gefühle
Signal mit großer Ausstrahlung
27.09.04
Der Moment heute um 20 Uhr im Stadion der Freundschaft wird unter die Haut gehen. Die Eltern von Ronny Ziesmer, dem schwer verunglückten Cottbuser Weltklasseturner, werden eine Spende der Fans und des FC Energie für ihren Sohn in Empfang nehmen. Es wird ein Augenblick widersprüchlicher Gefühle sein. Wir wären alle froh, wenn es diesen schrecklichen Trainingsunfall nie gegeben hätte.
Doch er ist geschehen. Dass so viele Zuschauer am vergangenen Mittwoch im Stadion Geld gespendet haben, damit Ronny Ziesmer mit den Folgen der schlimmen Verletzungen so gut wie möglich leben kann, ist ein Signal mit großer Ausstrahlung. Es sei eine "erkleckliche Summe", zusammengekommen, meinte Energie-Pressesprecher Ronny Gersch. Dabei ist die Höhe der Spende nur die eine Seite. Die wichtigere ist, dass der Gedanke der Solidarität bei den Menschen in der Region noch fest verwurzelt ist, obwohl der eigene Geldbeutel weniger gut gefüllt ist.
Ganz bestimmt wird Ronny Ziesmer im Berliner Unfallkrankenhaus im Fernsehen verfolgen, wie sehr die Menschen in seiner unmittelbaren Heimat Anteil nehmen an seinem Schicksal. Der herzliche Beifall heute aus dem Stadion der Freundschaft wird ihm hoffentlich ein weiteres Stückchen Mut mitgeben auf dem noch schweren Weg zurück in seinen Alltag.
(W.Swat)
CAS beschäftigt sich mit «Fall Hamm»
Was ist fair play ?
27.09.04
Mehrkampf-Olympiasieger Paul Hamm muss sich vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne einer Anhörung stellen. Vier Wochen nach den Olympischen Spielen in Athen beschäftigt sich das höchste Schieds-Gremium des Sports mit dem Fall des US-Turners, nachdem Südkorea noch während der Spiele den CAS wegen falscher Kampfrichter-Entscheidungen angerufen hatte.
Der Weltverband FIG hatte in Athen drei Kampfrichter suspendiert, die nachweislich dem drittplatzierten Turner Tae Young Yang einen falschen Ausgangswert (9,9 statt 10,0) für dessen Barren- Übung zugewiesen hatten. Das Ergebnis wurde aber nicht korrigiert. Mit einem Zehntelpunkt mehr wäre Yang Olympiasieger geworden; in seiner Heimat war er schon wie ein Goldmedaillengewinner geehrt worden.
«Ich habe das Gefühl, ich muss drei mal siegen: Einmal im Wettkampf, einmal gegen die Medien und nun vor dem CAS», erklärte der erste amerikanische Mehrkampf-Olympiasieger vor der Anhörung. Das NOK der USA hat für die Verteidigung der Goldmedaille ihres Star-Turners 300 000 Dollar zur Verfügung gestellt. «Wir sind extrem stolz auf das, was Paul geleistet hat. Wir werden bis zum Letzten um das Gold kämpfen», kündigte NOK-Sprecher Darryl Seibel an.
«Die ganze Sache überrascht uns sehr. Der Wettkampf ist zu Ende, die Ergebnisse sind seit Wochen veröffentlicht. An Tatsachen- Entscheidungen darf nicht gerüttelt werden», forderte Bob Colarossi, der Präsident des US-Turnverbandes.
(source:dpa)

Olympiasieger Hamm selbst allerdings würde sich CAS-Spruch beugen:
Der Mehrkampf-Olympiasieger wird nun doch seine Goldmedaille zurückgeben, wenn der Internationale Sportgerichtshof CAS zu der Entscheidung gelangen sollte, ein Fehler der Kampfrichter habe den Sieg seines südkoreanischen Kontrahenten Yang Tae-Young verhindert. "Wenn ein solcher Beschluss in Einklang mit den Regeln des Kunstturnens gefasst wird, werde ich mich beugen", sagte Paul Hamm nach einer zwölfstündigen Anhörung in Lausanne.
Der Weltverband FIG hatte in Athen drei Kampfrichter suspendiert, die nachweislich dem drittplatzierten Turner Tae Young Yang aus Südkorea einen falschen Ausgangswert (9,9 statt 10,0) für dessen Barren- Übung zugewiesen hatten. Das Ergebnis wurde aber nicht korrigiert. Mit einem Zehntelpunkt mehr wäre Yang Olympiasieger geworden; in seiner Heimat war er schon wie ein Goldmedaillengewinner geehrt worden.
(source:gymmedia)
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Ziesmers schwerste Prüfung
"es geht hier nicht nur um mich"
24.09.04
Ronny Ziesmer wird wohl nie mehr gehen können.
Der 25-Jährige möchte kein Mitleid, sondern das Verständnis, dass er für sich selbst das Beste aus der Situation machen möchte. Ziesmer ist seit seinem Trainings-Unfall am 12. Juli querschnittgelähmt. Bei seinem Sturz in Kienbaum hatte er sich den Bruch der Halswirbelsäule und schwere Quetschungen des Rückenmarks zugezogen.
Der ehemalige Leistungsturner befindet sich noch im Unfallkrankenhaus Berlin und wird dort auch noch das nächste dreiviertel Jahr bleiben, um seine Rehabilitationsmaßnahmen durchzuführen.
Andreas Hirsch ist fast jeden Tag in der Klinik und besucht seinen Schützling. Der Turn-Bundestrainer kümmert sich aufopferungsvoll um Ronny Ziesmer. „Mein Sohn ist nur ein Jahr jünger als Ronny“, meint Hirsch, der so gehofft hatte, Ziesmer erfolgreich bei den Olympischen Spielen in Athen turnen zu sehen. „Es war für mich kein Unfall im eigentlichen Sinne, sondern viel mehr. Denn ich kenne Ronny seit 14 Jahren. Er ist ein Bestandteil meines Lebens.“ Der Bundestrainer lässt Ziesmer nicht allein Es fällt dem Bundestrainer sichtlich schwer, die Fassung zu bewahren. Doch auch er betont, dass es nicht darum geht, dass jetzt alle Ronny Ziesmer bedauern sollen.
„Er versucht, die Situation zu meistern“, sagt Sina-Andrea Vogt. Die Sprecherin des Krankenhauses muss immer wieder für Klarheit sorgen. „An vielen Stellen ist geschrieben worden, Ronny Ziesmer befindet sich auf dem Weg der Besserung. So als ob er bald wieder gehen könnte. Aber die Lähmung ist da. Und was kaputt ist, wird nicht wieder heilen.“ Es ist jedoch schon eine Besserung des Zustandes festzustellen. Als er nach der Operation erwacht ist, konnte Ziesmer gerade mal den Kopf bewegen. „Jetzt kann er schon ein Blatt entgegen nehmen. Das ist ein enormer Fortschritt“, so Vogt, die sehr darauf hofft, dass sich gewisse Armfunktionen bei Ziesmer stabilisieren werden. „Das wäre schon sehr viel.“ Immerhin ist der 25-Jährige in der Lage einen Rollstuhl auf ebener Fläche zu steuern. Für Steigungen hat er dabei (noch) nicht die Kraft. Er kann mit weiteren Hilfsmitteln telefonieren, essen und auch am PC arbeiten.
„Das Wichtigste ist aber, dass er positiv mit dem Gedanken umgeht, wohl nie wieder Sport treiben zu können, ja sogar auf ewig an den Rollstuhl gefesselt zu sein“, erklärt Dieter Donnermeyer, Sprecher des Deutschen Turnerbundes. „Er ist zwar psychisch sehr stabil. Es war sehr viel Wirbel um ihn herum. Deshalb ist es möglich, dass er, wenn er dann das ganze Ausmaß seiner Behinderung feststellt, in ein tiefes Loch fallen wird.“
Der Verband möchte seinen Turner dabei auffangen, vielleicht ihn sogar auch beim angedachten Studium unterstützen. Ziesmer ist Angehöriger der Sportförderkompanie der Bundeswehr. Zuvor möchte er sich aber bei den vielen Menschen bedanken, die ihn finanziell und vor allem moralisch unterstützt haben. Allerdings ist er nach Geschichten, die seine augenblickliche gesundheitliche Verfassung zu positiv dargestellt hatten, sehr vorsichtig geworden. Ziesmer möchte von Interviews derzeit nichts mehr wissen. Deshalb gab er gestern eine öffentliche Stellungnahme ab (siehe unten).
Den ersten Auftritt in der Öffentlichkeit nach seinem Unfall plant der 25-Jährige auf der vom Deutschen Turner- Bund und der Sporthilfe in Berlin geplanten Gala, die im November stattfinden soll. Dort wird er Ehrengast sein.
„Wir sind relativ weit mit den Planungen. Allerdings sind wir dabei auch auf das Fernsehen angewiesen“, erläutert Dieter Donnermeyer. Nach der großen Spendenaktion im ARD-Olympiastudio während der Spiele in Athen sind zehn Wochen nach dem schweren Unfall auf dem von dessen Heimverein SC Cottbus eingerichteten Spendenkonto bereits rund 35000 Euro eingegangen. Auch auf das Spendenkonto der Stiftung Deutsche Sporthilfe wird weiter eingezahlt. „Die höchste Einzelspende liegt bisher bei 15000 Euro durch die Deutsche Bank“, sagte Hans-Joachim Elz, Sprecher der Deutschen Sporthilfe auf Nachfrage. Den Gesamtbetrag nannte Elz allerdings nicht.
Eine Welle der Hilfsbereitschaft Die Welle der Hilfsbereitschaft hat auch bei den Fußballern nicht halt gemacht. Zweitligist Energie Cottbus hat am Rande des DFB-Pokalspiels gegen Hannover 96 um Unterstützung für Ziesmer geworben. Nachwuchsfußballer hatten im Publikum für den mehrfachen Deutschen Meister gesammelt. „Der Verein wird den Betrag aufstocken“, sagte Energie- Sprecher Ronny Gersch.

Ziesmer hofft auf eine möglichst schnelle Rückkehr nach Cottbus. Er möchte wieder „meinen eigenen Haushalt und natürlich wieder eine Aufgabe im Leben haben.“ Das Leben geht weiter, Ronny Ziesmer ist hoffentlich stark genug, um sich der schweren Prüfung zu stellen. Der nach einem Trainingsunfall gelähmte Turner muss sein Leben neu ordnen. Dabei erfährt er Unterstützung von vielen Seiten. Der 25-Jährige denkt aber noch weiter:


Ronny Ziesmer: „Ich bin tief berührt, mit wie viel Mitgefühl, Sorge und echter Unterstützung sich so viele, viele Menschen für mein Schicksal interessieren und mir tatkräftig zur Seite stehen! Das trifft in erster Linie auf das Team der Ärzte, Schwestern und Physiotherapeuten hier im Unfallkrankenhaus Berlin zu. Besonders auch die vielen Zuschriften im Gästebuch meines Klubs, des SC Cottbus, machen mir sehr viel Mut, alles zu bewältigen, was wohl erst noch auf mich zukommen wird. Aber schon jetzt spüre ich, dass es hier nicht allein um mich geht, sondern dass ich mit meinem harten Kampf, den ich nun führen muss, auch anderen helfen kann. Ich weiß noch nicht, wie und ob ich das schaffe, aber wie ich es aus meiner Sportart nicht anders kenne, werde ich auch hier mein Bestes geben. Ich bin derzeit in einem persönlichen Selbstfindungsprozess, der gerade mal begonnen hat. Mein Sturz ist doch eben erst zehn Wochen her...“

(source:wz)
FIG kündigt Konsequenzen an
miserable Kampfrichterleistungen in Athen der Auslöser
24.09.04
Drei Wochen nach dem Ende der Olympischen Spiele hat der Weltturn-Verband (FIG) weit reichende Konsequenzen aus den seiner Kampfrichter in Athen gezogen. Das teilte der Verband nach einer Sondersitzung im schweizerischen Moutier mit.
Drastische Fehlentscheidungen hatten bei Olympia neben Zuschauertumulten auch zu Klagen vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) geführt. Mehrere Verbände hatten nach den Spielen zudem «symbolische Goldmedaillen» an ihre vermeintlich benachteiligten Sportler überreicht.
Präsident Bruno Grandi bezeichnete die Fehlurteile als «inakzeptabel» und kündigte an, er wolle nicht nur die Schuldigen ermitteln, sondern dabei auch ein besonderes Augenmerk auf die Hintergründe der getroffenen Entscheidungen richten. Der Italiener unterstrich seine Absicht, drastische und grundlegende Änderungen in den Wertungsvorschriften einführen zu wollen.
Aus diesem Grund legte der Verband auch die für Januar angekündigten Wertungsvorschriften auf Eis und kündigte für das erste Halbjahr 2005 eine komplette Neuentwicklung an, die bis zum Sommer veröffentlicht werden soll. Die für Dezember und Januar unter anderem in Leipzig geplante internationale Kampfrichterausbildung wurde abgesagt. Kampfrichtern, denen künftig eine Fehlentscheidung nachgewiesen wird, droht ein Lizenzentzug bis zu vier Jahren.

Der Deutsche Turner-Bund (DTB) signalisierte umgehend Unterstützung des Vorhabens. «Wir stehen der Sache positiv gegenüber», sagte DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam am Freitag der dpa und fügte hinzu. «Wir hatten bereits bei den ursprünglich geplanten Änderungen fortschrittliche bis revolutionäre Neuerungen gefordert.» Chef-Trainer Andreas Hirsch sieht sich aber auch vor zusätzliche Probleme hinsichtlich der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft 2007 in Stuttgart gestellt: «Das bedeutet auch, dass das Jahr 2005 beinahe ganz für die hohle Hand ist. Denn wir wissen ja nicht, welche Übungsteile wertvoll sein werden.»
(source:dpa)
Benfiz-Veranstaltung in Berlin
konstruktive Gespräche
24.09.04
Zur Realisierung einer Benefiz-Veranstaltung im November/Dezember u.a. zugunsten von Ronny Ziesmer 2004 in Berlin ist der DTB derzeit mit verschiedenen Partnern im Gespräch. „Wir können zum jetzigen Zeitpunkt noch keine genauen Angaben machen zum Termin sowie zu den Inhalten der Benefiz-Veranstaltung,“ so DTB-Generalsekretär Hans-Peter Wullenweber, „da verschiedene Varianten vorliegen und erst in den nächsten Tagen geklärt werden können.“ Sobald Termin und Inhalt der Veranstaltung feststehen, werden wir an dieser Stelle informieren.
(source: dtb)
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