[ 1 | 70 | 80 | 90 | 100 | 107 | 108 | 109 | 110 | 111 | 112 | 113 | 114 | 115 | 116 | 117 | 120 | 130 | 140 | 150 | 157 ]
Favoriten setzten sich durch
Finalteilnehmer stehen fest / "Kleines Finale" bereits am kommenden Wochenende
27.11.05
Am vorletzten Wettkampftag der 1. Bundesliga setzten sich die Favoriten durch und die ersten Entscheidungen sind gefallen.

Mit einem klaren 52 : 16 Sieg gegen den FC Bayern München setzte der KTV Straubenhardt seine Siegesserie fort und qualifizierte sich endgültig für das Ligafinale 2005 in Goslar /Oker.
Lediglich die Entscheidung am Pauschenpferd ging an die Gäste mit 6 : 4 Score Points. Bester Scorer war wieder mal A. Grigoriev mit 17 Score Points.

In der Chemnitzer Richard – Hartmann – Halle setzte sich der amtierende Deutsche Meister, das Mitteldeutsche TurnTeam, gegen die KTV Stuttgart mit 50 : 23 Score Points durch.
Das Mitteldeutsche TurnTeam hatte dabei vor allem zu Beginn des Wettkampfes erhebliche Mühe und lag bis zur Halbzeit zurück. Die entscheidenden Siege gelangen am Barren ( 10 : 3 ) und beim abschließenden Reckturnen ( 17 : 0 ). Der emotionale Höhepunkt des Wettkampfes war die Verabschiedung von Sven Kwiatkowski vor „seinem“ heimischen Publikum. Bester Scorer war Jens Uebel mit 16 Score Points. Nach diesem Erfolg ist dem Titelverteidiger die Finalteilnahme nicht mehr zu nehmen.

Einen knappen Auswärtserfolg feierte die TG Saar mit einem 36 : 30 Erfolg beim Aufsteiger TSV Monheim. Durch diesen Erfolg haben sich die Saarländer alle Abstiegssorgen entledigt und können den letzten Heimwettkampf gegen das Mitteldeutschen TurnTeam entspannt entgegensehen. Matchwinner für die Saarländer war Waldemar Eichorn der zugleich auch bester Scorer mit 14 Points wurde. Der TSV Monheim muss trotz des Gewinns der beiden Gerätwertungen am Pauschenpferd mit 13 : 1 und dem Barren mit 7 : 6 weiterhin um den Klassenerhalt bangen.

Eine Premiere gab es bei der Begegnung zwischen dem mehrmaligen Deutschen Meister SC Cottbus und dem TUS Leopoldshöhe. Die Lausitzer gewannen das ungleiche Duell mit 82 : 0 Score Points und ließen damit keinen Punktgewinn für den Aufsteiger aus dem Lipper Land zu. Somit haben sich die Cottbuser eine gute Ausgangsposition für das abschließende Duell um die Bronzemedaille der Saison 2005 erarbeitet. Das gelbe Trikot des besten Scorers konnte sich Philipp Boy mit 23 Points überstreifen.
(dtl)

Damit stehen mit der KTV Straubenhardt und Titelverteidiger MTT Chemnitz/Halle die beiden Finalteilnehmer praktisch fest und es kommt bereits am kommenden Wochenende zum "Bronze-Duell" zwischen den Riegen von KTV Stuttgart und dem SC Cottbus in Meßstetten...
Hambüchen schrammt bei Turn-WM an Medaille vorbei
2. Finaltag der Weltmeisterschaften /
komplett bei GYMmedia
27.11.05
Erst stieß Fabian Hambüchen strahlend die Faust in die Luft, doch als die Noten an der Anzeigetafel aufleuchteten, entlud sich im deutschen Team der Ärger über die Kampfrichter.
Mit Platz vier am Reck verpasste der deutsche Turn-Star in Melbourne um 0,012 Punkte das «Wonder in Down Under». Damit bleiben die deutschen Turner seit acht Jahren bei Weltmeisterschaften ohne Edelmetall. «Ich hasse vierte Plätze. Amateure und Exoten haben Fabian um den verdienten Lohn gebracht», schimpfte DTB-Sportdirektor Wolfgang Willam. «Was der Chilene und der Ire da für Noten gezogen haben, war eine Unverfrorenheit.»
Nachdem Hambüchen als vorletzter Turner vor 8000 Zuschauern in der Rod-Laver-Arena eine fabelhafte Übung gezeigt hatte und nur beim Stand ein wenig mit den Armen ruderte, hatte im deutschen Team jeder auf eine Medaille gehofft.
Während Kampfrichter aus den USA und Rumänien (9,70) zurecht Top-Noten zogen, bewerteten Felipe Cubillos aus Chile (9,5) und Denis Donoghue aus Irland (9,55) die Übung unter Gebühr. Damit behaupteten sich der Franzose Yann Cucherat (9,650) und auch der Ukrainer Waleri Gontscharow (9,637) vor dem Europameister.

Unangefochten vollendete jedoch Aljaz Pegan den slowenischen Tag in Melbourne. Wenige Minuten, nachdem sein Landsmann Mitja Petkovsek am Barren das erste Turn-Gold für sein Land geholt hatte, glänzte der 31-jährige Routinier als letzter Turner am Reck mit einer fehlerfreien Flug-Show und holte sich nach vielen Rückschlägen mit der Note 9,662 das verdiente Gold. Es war zugleich die letzte Übung nach den alten Wertungs-Vorschriften, ab 1. Januar 2006 führt der Weltverband ein neues Regelwerk ein.

Fabian Hambüchen ging indes gelassen mit der verpassten Medaille um. «Natürlich bin ich im ersten Moment enttäuscht, dass es nicht ganz gereicht hat. Mit meiner Übung aber bin ich zufrieden, ich habe trotz des Hickhacks im Vorfeld sauber durchgeturnt. Den Rest haben die Kampfrichter entschieden», meinte der Gymnasiast aus Wetzlar, der in seinem dritten großen Finale nach Olympia (7.) und EM (1.) nicht enttäuschte. «Zunächst habe ich gedacht, die Reihenfolge geht okay. Aber wenn man die Streuung der Noten sieht, bekommt man schon Zweifel», meinte Vater und Coach Wolfgang Hambüchen.

Vor Hambüchen waren mit Allround-Champion Hiroyuki Tomita (Japan) und dem Chinesen Xiao Qin zwei Top-Athleten an ihren Nerven gescheitert. «Am Ende waren drei Europäer vor mir, die ich bei der EM in Debrecen alle geschlagen habe. Ich werde jetzt voll reinkloppen, damit ich demnächst noch weiter vorn bin. Ich habe ja noch so viel Zeit», meinte der 18-jährige Reck-Spezialist.

Trotz des fehlenden Happy Ends zog Cheftrainer Andreas Hirsch eine positive Bilanz. «Wir sind stolz auf Fabian: Der vierte Platz ist doch super. Jetzt hat Fabian zwei Ziele: Es muss sein Abi machen und uns dann helfen, dass sich unsere Riege für Olympia qualifiziert.» Die Mehrkampf-Plätze 8 durch Daria Bijak (Köln) und 10 durch Eugen Spiridonov (Bous) freuten Rainer Brechtken. «Wir verfallen aber nicht in Euphorie, es liegt viel Arbeit vor uns», meinte der DTB-Präsident.

Fest in der Hand der US-Ladies waren die Konkurrenzen der Turnerinnen, die nicht weniger als vier Doppelerfolge landeten. Überragend war die erste 16-jährige Anastasia Liukin, die an Barren und Balken siegte, nachdem sie den Mehrkampf mit 0,001 Punkten gegen Landsfrau Chellsie Memmel historisch knapp verloren hatte.

«Lord of the Rings» ist erstmals ein Niederländer. Kraftpaket Yuri van Gelder holte die erste WM-Medaille seit 100 Jahren für die Turner aus dem Nachbarland und deren ersten Titel überhaupt. Premieren-Gold für Brasilien erkämpfte Diego Hypolito am Boden. Die Chinesen deuteten mit Siegen durch Xiao Qin am Seitpferd und Cheng Fei beim Sprung ihre ansteigende Formkurve Richtung Olympia in Peking 2008 an.

Am Rande der Turn-WM wurde bekannt, dass Octavian Belu, der erfolgreichste Turn-Trainer der Welt, höchstwahrscheinlich nach China wechseln und dort die Top-Athletinnen auf die Olympischen Spiele 2008 in Peking vorbereiten wird. Es seien noch einige Formalitäten zu klären, aber man könne davon ausgehen, dass er im Januar dort einen Vertrag unterschreibe, meinte der Rumäne. Als Chefcoach der Frauen seit 1981 zeichnete er in seinem Heimatland für 272 Medaillen - darunter 104 Goldene - bei Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften sowie weiteren Top-Events verantwortlich.

Im August hatte der wegen seiner rigiden Methoden stets umstrittene Coach in Bukarest seinen Rücktritt erklärt, nachdem er zuvor die Topstars Catalina Ponor und Alexandra Eremia wegen eines nächtlichen Aufenthalts in einer Disko aus dem Auswahlcamp in Deva verbannt und in ihre Heimatclubs zurückgeschickt hatte. Da die Olympiasiegerinnen Monica Rosu und Eremia derzeit völlig außer Form sind, konnte nur Catalina Ponor mit Platz drei am Balken ein Debakel für die einstige Turnerinnen-Großmacht bei den Weltmeisterschaften in Melbourne verhindern.


(dpa)
SCC verschafft sich gute Ausgangsposition
DTL: 82:0-Heimsieg gegen TuS Leopoldshöhe
27.11.05
Die Turner des SC Cottbus haben in ihrem letzten Heimkampf der Bundesliga-Saison vor 200 Zuschauern dem TuS Leopoldshöhe keine Chance gelassen. Die Lausitzer (Foto) bezwangen den Außenseiter am Samstag mit 82:0 Score-Punkten (12:0 Gerätepunkte) und blieben daheim damit ungeschlagen.

Zudem verbesserte sich der fünfmalige deutsche Mannschaftsmeister, der erneut ohne seinen Weltmeisterschafts-Teilnehmer Robert Juckel antreten musste, auf Platz drei und erhielt sich die Chance auf einen Medaillenplatz in der Abschlusswertung.
Der abschließende Vergleich findet am kommenden Samstag beim Tabellenvierten KTV Stuttgart statt, der mit 23:50 beim MTT Chemitz/Halle unterlag. «Damit haben wir eine gute Ausgangsposition für das ,kleine Finale’» , sagte SCC-Trainer Horst Werner. Jetzt genügt eine Punkteteilung.

Die Lausitzer blieben gegen den Tabellen-Sechsten an allen Geräten siegreich. „Es war die bisher beste Vorstellung dieser Saison. Wir haben fast fehlerlos geturnt“, sagte Carsten Oelsch aus dem Cottbuser Trainerstab.
Der Aufsteiger aus dem Lipper Land, der vom ehemaligen Cottbuser Jens Fischer betreut wird, war den Lausitzern in allen Belangen unterlegen.


Philipp Boy sicherte sich das gelbe Trikot als bester Scorer mit 23 Zählern. Mit 8,9 Punkten am Barren erreichte Boy auch die Tageshöchstnote. Ebenfalls 17 Punkte steuerte Steve Woitalla bei. Als einziger Starter turnte der in Cottbuser Diensten stehende Berliner René Piephardt den Sechskampf und sammelte dabei eher mäßige 49,95 Punkte.
(source:lr-online.de)
Yuri van Gelder schreibt Turn-Geschichte
1. Finaltag der Weltmeisterschaften /
komplett bei GYMmedia
26.11.05
Muskelpaket Yuri van Gelder (Foto) hat an den Ringen ein neues Kapitel in der Turn-Geschichte aufgeschlagen. Am ersten Tag der Gerätefinals bei den Weltmeisterschaften in Melbourne erkämpfte der 22-Jährige aus Waalwijk das erste WM-Gold überhaupt für die Niederlande.
Yuri van Gelder sorgte mit seinem WM-Triumph für die erste Medaille der «Oranje»-Turner seit genau 100 Jahren. 1905 hatten die Niederländer bei den 2. Titelkämpfen in Bordeaux im Team-Wettbewerb die Silbermedaille gewonnen. «Ich habe einen Körper, der nur für die Ringe gebaut ist», sagte der Top-Favorit.

Gleichfalls Premieren-Gold feierten die Brasilianer. Diego Hypolito vollbrachte mit seinem Sieg am Boden fast ein Wunder, denn er laborierte in diesem Jahr sechs Monate lang an einer Fußverletzung und hatte erst vor drei Wochen wieder das Training aufgenommen. «Ich bin total baff. Nie hätte ich davon zu träumen gewagt», sagte der 19- jährige Südamerikaner, der mit 9,675 Punkten Stuttgart-Sieger Brandon O'Neill aus Kanada (9,625) in die Schranken wies.

Der überragende Mann am Seitpferd war der Chinese Xiao Qin. Der Gegner von Fabian Hambüchen im Reck-Finale bot eine solch souveräne Show zwischen den Pauschen, dass ein Raunen durch die Reihen in der mit 6000 Turnfans gefüllten Rod-Laver-Arena zog. Mit 9,85 Punkten fand seine Leistung auch bei den Kampfrichtern eine entsprechende Würdigung. Ioan Suciu aus Rumänien kam mit gehörigem Abstand auf den zweiten Rang (9,700).

Oksana Tschusowitina bleibt hingegen trotz ihrer 30 Jahre eine Klasse für sich. Am Sprung sicherte sich die Usbekin bei ihrer insgesamt neunten WM-Teilnahme mit Silber hinter der Chinesin Cheng Fei ihre siebte Medaille an diesem Gerät und verbesserte damit die Rekordmarke der legendären Russin Swetlana Chorkina, die am Stufenbarren sechs Mal Edelmetall errungen hat. Tschusowitina, die seit drei Jahren in Köln lebt, wird möglicherweise im Dezember ihre Einbürgerung beantragen und dann die deutsche Riege stärken.

Die 16-jährige Anastasia Liukin, tags zuvor im Mehrkampf noch mit 0,001 Punkten von ihrer US-Teamgefährtin Chellsie Memmel bezwungen, setzte am Stufenbarren die große Familien-Tradition fort. Die in Moskau geborene Tochter des russischen Doppel-Olympiasiegers Waleri Ljukin und der Gymnastik-Weltmeisterin Anna Koschnewa drehte diesmal den Spieß um und behauptete sich mit 9,662 Punkten vor Memmel (9,587) und der Britin Elizabeth Tweddle (9,575).
(dpa)
Letzter Heimwettkampf der Saison
Kräfteverschleiß macht sich bemerkbar
25.11.05
Die Bundesligasaison 2005 geht langsam ihrem Ende entgegen.
Schon nach dem Wettkampf beim FC Bayern München kann man konstatieren, dass die lange Saison mit Bundesliga, nationalen und internationalen Aufgaben einen enormen Kräfteverschleiß der Leistungsträger des Teams des SCC zur Folge hatte und hat – die Akku´s sind fast leer.

Nicht zuletzt sind so die Vielzahl der kleineren und größeren Verletzungen zu erklären.
Nun scheint auch noch der Einsatz von Philipp Boy gefährdet...
Positiv wird nun das suczessive Einfügen der jungen Nachwuchsturner in das bewährte Team zu Buche schlagen müssen.
Steffen Logk: "Mit ihnen wollen wir einen ungefährdeten Sieg gegen die Mannschaft von Leopoldshöhe, die unter der Leitung vom ehemaligen Cottbuser Spitzenturners Jens Fischer antreten werden, einfahren".



"Wir werden "Leo" auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen, wie dies schon den Saarländern passiert ist. Bei diesem Heimkampf kommt es darauf an was für die momentane Tabellensituation zu tun um uns eine gute Ausgangsposition zum „kleinen Finale“ in Stuttgart zu bringen und somit den momentanen Tabellendritten auswärts unter Druck setzen zu können" so Trainer Horst Werner, der hinzufügt: "Vielleicht werden wir auch einige Jungs mit einem wohldosierten Einsatz schützen müssen. Sie wollen unbedingt am kommenden Wochenende punkten, aber unser Blick geht bereits nach Stuttgart und somit zur avisierten Medaille, da brauchen wir alle - und zwar noch einmal topfit".
Hambüchen mit Power ins WM-Finale
Und "Es gibt nicht nur Reck"
25.11.05
Nach dem nervenaufreibenden Hickhack um seinen Finaleinzug hat Fabian Hambüchen bei eine Spritztour auf einer Harley Davidson Kraft für den Showdown der Weltmeisterschaften in Melbourne getankt.
Allerdings musste der deutsche Turn-Floh bei der rasanten Fahrt auf der Formel-1-Strecke im Albert Park auf dem Rücksitz Platz nehmen. «Ich habe ja noch keinen Führerschein», meinte der 18-Jährige und fügte schmunzelnd hinzu: «Der Fahrer vor mir war ganz schön breit, so konnte ich leider nicht auf den Tacho schauen. Aber auf der Westgate-Brigde hat er schon ganz schön Stoff gegeben».

Zwei Tage vor dem mit Spannung erwarteten Reck-Finale in der Rod-Laver-Arena sind beim Gymnasiasten aus Wetzlar kaum Spuren nervlicher Anspannung zu spüren. «Ich konnte mich im Training jetzt gut auf das Reck konzentrieren, habe viele Abgänge probiert und sehr viele in den Stand gebracht. Alles läuft top - ich habe ein gutes Gefühl», bestätigte der Europameister vor dem schier aussichtslosen Kampf gegen die im Vorkampf überragenden Asiaten. «Ich habe aber gestern im Mehrkampf-Finale gesehen, wie es den Japaner Hiroyuki Tomita am Reck zerlegt hat. Das gibt mir Hoffnung, dass auch er nicht unschlagbar ist», sagte der 1,62 Meter große Europameister.

Tomita hatte in der Qualifikation mit 9,737 den Top-Wert geturnt, Hambüchen (9,600) wäre dort ohne den kleinen Schritt beim Abgang maximal auf eine Wertung von 9,700 gekommen. Auch der Chinese Qin Xiao hatte mit einer Note von 9,687 beeindruckt. «Im Finale werden die Karten neu gemischt. Aber eines ist sicher: Wer etwas reißen will, muss beim Abgang stehen wie ein Eimer», meint Trainer Wolfgang Hambüchen angesichts der Situation, dass alle acht Endkampf- Teilnehmer Ausgangswerte von 10,0 turnen. Entscheidend dafür sei die vorbereitende Riesenfelge, nach der der Turner aus einer Höhe von etwa 4,50 Metern auf die Matte prallt, fügte der Coach hinzu.

Ablenkung findet sein Sohn Fabian auch beim Lösen der schulischen Aufgaben. «Meistens setze ich mich mittags über die Bücher, wenn die anderen ihr Nickerchen machen. Durch die Vorbereitung in Japan bin ich mehr als drei Wochen weg aus der Schule. Wegen der vielen Bücher hatte ich neben dem Doktor wohl auch das größte Übergepäck», sagt Hambüchen, der schon in den Tagen vor der Abreise drei Klausuren vernünftig gemeistert hatte.

In sein drittes wichtiges Finale nach Olympia in Athen (7.) und den Europameisterschaften in Debrecen (1.) geht der Reck-Spezialist als vorletzter Turner. «Das passt mir ganz gut», meint er zu der Auslosung. Aber sein Blick geht schon voraus. «Im kommenden März möchte ich beim America's Cup wieder einen Mehrkampf turnen. Dafür muss ich aber vor allem am Pferd und den Ringen besser werden», sagt Hambüchen, der auch bei der WM 2006 im dänischen Aarhus einen Start im Sechskampf anstrebt. «Natürlich ist ein Mehrkampftitel wertvoller als alle anderen», meint der Turner und sein Vater fügt hinzu: «Für mich als Trainer wäre es eine Niederlage, wenn er sich schon jetzt mit 18 Jahren auf wenige Geräte konzentrieren würde.»

Auch Fabians Onkel Bruno Hambüchen drückt natürlich die Daumen. Der Mentaltrainer hat auch schon eine Therapie parat, wenn das «Unternehmen WM-Medaille» scheitern sollte. «Auch Rückschläge sollte man nicht überbewerten: Das wäre kein Beinbruch. Der Weg zum Erfolg führt immer auch über den Miss-Erfolg.»
(dpa)
Knappste Entscheidung der Geschichte bei den Damen
US-Doppelerfolg
25.11.05
In der knappsten Entscheidung bei Turn-Weltmeisterschaften haben Chellsie Memmel und Anastasia Liukin (FOTO) den ersten Mehrkampf-Doppelerfolg der Amerikanerinnen in der Geschichte des Championats perfekt gemacht.
Memmel siegte in Melbourne mit 37,824 Punkten und hatte nur 0,001 Zähler Vorsprung auf ihre Mannschaftskollegin. Monette Russo sorgte mit Bronze (37,298) für die erste Mehrkampf-Medaille Australiens.

Hervorragend schlug sich Daria Bijak aus Köln, die mit 35,712 Punkten Achte wurde.
(dpa)
Tomita neuer Weltmeister
Spiridonov guter 10.
24.11.05
Der Japaner Hiroyuki Tomita wurde im australischen Melbourne neuer Mehrkampfweltmeister mit überragenden 56,698 Punkten vor seinem Landsmann Hisashi Mitzutori mit 55,34p Punkten.
Die Bronzemedaille ging an den Weissrussen Savenkov mit 55,112 Punkten der den spanischen Mehrkampfeuropameister Martinez mit 54,948 Punkten auf den undankbaren vierten Platz verdrängte.
Der Saarländer Eugen Spiridonov unterstrich mit 53,361 Punkten und Platz 10 seine Zugehörigkeit zur Weltklasse der Mehrkämpfer.

Am Freitag,den 25.11.2005 findet ab 19.30 Uhr (9.30 h MEZ) das Mehrkampffinale der Frauen bei der WM 2005 in Melbourne statt. Für den DTB hat sich Daria Bijak(TT Toyota Köln) mit 35,600 Punkten auf Platz 12 für das Finale der besten 24 qualifiziert.
(dtl)

Fazit: Dem Mehrkampf mehr Aufmerksamkeit schenken

Die Medaillengewinner zeigen ein hohes Niveau, was dann aber folgt, wird für die Verantwortlichen wahrscheinlich zu neuen Überlegungen führen.
Bei allem Respekt vor der harten Arbeit der Trainer und Turner: Von einen WM-Finale muss man mehr verlangen. Schließlich ist dies eine Weltmeisterschaft und kein internationales Turnier.
Diese kritische Bemerkung sei angemerkt und soll ein Aufruf für Trainer und Turner sein, sich wieder stärker, auch aus belastbarkeits-sichernden Gründen den Mehrkämpfen zuzuwenden. Tun wir dies nicht, verliert das Kunstturnen seine Philosophie und die Turnbewegung eine bis dato anerkannte Sportart.
(gymmedia)
Hambüchen nach Skandal doch im Finale
Protest gegen Protest erfolgreich
23.11.05
Nach zähem Ringen hinter verschlossenen Türen hat Fabian Hambüchen nun doch noch den Lohn für seine sportliche Leistung geerntet.
Die Jury d'Appel revidierte bei den Turn-WM in Melbourne nach mehr als dreistündiger Sitzung das Ergebnis der Qualifikation am Reck.
Damit rutschte der Europameister aus Wetzlar als Achter des Vorkampfes zurück in das Finale.
Erstmals seit sechs Jahren kann damit ein deutscher Turner bei einer Weltmeisterschaft wieder nach einer Medaille greifen. «Ich bin total erleichtert, dass alles noch sportlich fair geregelt wurde», meinte Fabian Hambüchen zufrieden.

Nach dem erneuten Kampfrichter-Skandal in der zurückliegenden Nacht hatte die Jury d'Appel nach Intervention der Deutschen noch einmal die Ausgangswerte aller Athleten überprüft und war zu dem Entschluss gekommen, dass die nach dem Wettkampf geänderte Wertung des Russen Nikolai Krjukow falsch war.
Sein Trainer Alexander Gunkin hatte nach Bekanntgabe der Note Supervisor Sawao Kato bedrängt, den Ausgangswert von 9,7 auf 10,0 zu erhöhen. Damit war Krjukow mit der Note 9,65 an Hambüchen (9,60) vorbeigezogen und hatte dem deutschen Team eine schlaflose Nacht beschert. Die Jury reduzierte den Ausgangswert schließlich wieder auf 9,8 Punkte, damit rutschte Krjukow mit Note 9,45 von Rang sechs auf 16 ab.

Der nach Mitternacht eingelegte deutsche Protest, der akute Formfehler beim russischen Einspruch anprangerte, wurde schnell ad acta gelegt, nachdem das Problem anders aus der Welt geschafft worden war.
Der Weltverband FIG hat damit einen Weg gefunden, nach den Kampfrichter-Skandalen von Athen erneute Unregelmäßigkeiten unter den Tisch zu kehren oder zumindest nicht zu sehr in den Fokus der Öffentlichkeit rücken zu lassen.
Hätte der Protest behandelt werden müssen, wäre offenkundig geworden, dass Kato den mündlichen Protest der Russen gar nicht hätte entgegen nehmen und auf einer schriftlichen Form bestehen müssen.

In der offiziellen Pressekonferenz wurde durch FIG-Präsident Bruno Grandi der «große Sportsgeist» von Krjukow gewürdigt, der die Jury-Entscheidung anstandslos akzeptiert hatte. Im Gegenzug wurden Kato und die beiden A-Kampfrichter aus Taiwan und Schweden wegen der falschen Benotungen von der FIG verwarnt.

Als Fabian Hambüchen die Glücks-Nachricht erfuhr, gab es für ihn kein Halten mehr: Sofort zog es ihn in die Trainingshalle. «Ich bin sicher, der Junge setzt das jetzt in Kraft um. Er hat nun die richtige Ladung. Mal sehen, was er daraus macht», sagte sein Mentaltrainer, Onkel Bruno Hambüchen.
«Ich habe gestern schon gedacht, alles ist vorbei und habe die vergangene Nacht nicht berauschend gepennt», gestand hingegen der 18-jährige Turnstar. «Heute Mittag ging es mir wieder viel besser. Das Hickhack habe ich jetzt schon vergessen», fügte der WM-Finalist hinzu.
Sein Vater hatte zuvor aus seinem Herzen keine Mördergrube gemacht. «Das wäre glatter Betrug gewesen, wenn Fabian hier um seine Chance gekommen wäre», meinte Wolfgang Hambüchen. «Es stinkt doch gewaltig, wenn die Russen nicht den offiziellen Protestweg einhalten. Aber jetzt kann man froh sein, dass mit dem Video-Beweis solche Korrekturen möglich sind.»

«Wir sind mit dieser Lösung sehr zufrieden. Als die Sache zu unseren Gunsten entschieden war, haben wir nicht mehr nachgehakt, wo nun wer die Fehler gemacht hat», meinte DTB-Präsident Rainer Brechtken zur Politik der FIG diplomatisch. Sportdirektor Wolfgang Willam gestand hingegen, mit «flauem Gefühl» in die Gespräche gegangen zu sein, weil «man mit Protesten in der Vergangenheit nicht weit gekommen» sei. «Dennoch ist die Entscheidung nicht aus dem Bauch heraus gefällt worden, man hat sich an die Fakten gehalten.»
(dpa)
Riesen-Schock für Fabian Hambüchen
Russen protestieren / Robert Juckel (Foto) nicht im Finale
22.11.05
Der Erleichterung folgte der Riesen-Schock:
Während Fabian Hambüchen bei der Turn-WM in Melbourne schon Interviews zum Finaleinzug am Reck gab, korrigierte der Hauptkampfrichter die Note seines russischen Konkurrenten Nikolai Krjukow um drei Zehntel nach oben. Damit war Hambüchen als Neunter aus dem Rennen.
Der Cottbuser Robert Juckel, der an drei Geräten an den Start ging, konnte sich für kein Finale qualifizieren.

Deutschlands Star Fabian Hambüchen muss nach einem Protest der Russen bei der Turn-WM um seinen Finaleinzug am Reck bangen. Entsetzte Gesichter im deutschen Team, als der Willkürakt des Kampfgerichts durchsickerte. „Supervisor Sawao Kato hat uns mitgeteilt, dass er die Note von Krjukow nach einem mündlichen Einspruch des russischen Trainers geändert habe.
Das kann natürlich nicht sein“, erklärte Rainer Brechtken, der DTB-Präsident und legte Protest ein.

Erst vor wenigen Wochen war vom Weltverband FIG formuliert worden, dass der Einspruch beim Supervisor schriftlich erfolgen müsse und zudem eine Gebühr zu entrichten sei. Beides war in diesem Falle nicht erfolgt. Über den Protest soll nun voraussichtlich heute entschieden werden.
Zuvor hatte sich der 18-jährige Europameister an seinem Spezialgerät einen kleinen Schritt beim Abgang seiner Übung geleistet. Dafür griffen die Kampfrichter zur Note 9,600, die zunächst zu Platz acht und damit zur Finalteilnahme gereicht hätte.
Am Boden (9,062/11.) und am Sprung (9,449/12.) hatte Hambüchen knapp die Finals verpasst wie am Seitpferd Thomas Andergassen (9,562/12.) und Eugen Spiridonov (9,487/13.).
Die Erwartungen nicht erfüllen konnten der Cottbuser Robert Juckel, der an Reck und Seitpferd patzte, wie auch Matthias Fahrig aus Halle.
Robert Juckel zu seiner Reckübung: «Der ,Adler' lief diesmal, aber ich habe mich bei einer Drehung am Reck vertan. Wir müssen weiter an uns arbeiten, dann wird sicher auch der Lohn dafür kommen.»
Obwohl Bundestrainer Andreas Hirsch von Andergassen und besonders von Juckel mehr erwartet hatte, wollte der Chefcoach über die Leistungen seiner Schützlinge nicht den Stab brechen: «Sie haben sich beide an die Weltklasse herangearbeitet, es aber noch nicht umsetzen können.»
(Frank Thomas)
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