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Schiffbruch für deutsche Senioren-Riege: EM-Siebter Junioren überraschen |
07.05.06 Bauchlandung für Fabian Hambüchen, Reck-Pleite für das Team: In der griechischen Hafenstadt Volos haben die deutschen Turner im Mannschafts-Wettbewerb der Europameisterschaften Schiffbruch erlitten.
Einen Tag nach dem überraschenden ersten EM-Titel des Junioren-Teams mussten die deutschen Männer vor allem wegen eines völlig verpatzten Reck-Auftritts mit Rang sieben ihre schlechteste Platzierung seit Einführung der Mannschaftswertung 1994 quittieren.
"Natürlich habe ich Mist gebaut. Aber es braucht seine Zeit, bis ich eine so hochkarätige Übung stabil durchturnen kann", meinte Titelverteidiger Hambüchen. Ausgerechnet der "Leitwolf" verfehlte beim gestreckten Tkatschew-Flieger die Reckstange und klatschte auf den Bauch. Dabei hatte er sich gerade im Team-Finale vorgenommen, es den Konkurrenten noch einmal zu zeigen, nachdem er in der Qualifikation mit einem Sturz beim Abgang alle Chancen auf den erneuten Reck-Titel eingebüßt hatte. "Eigentlich bin ich aber gar nicht so sauer, denn ich weiß, Volos ist nur eine Durchgangsstation auf dem Weg nach Peking", meinte der 18-jährige Gymnasiast.
Zuvor hatte am deutschen Paradegerät auch der Cottbuser Robert Juckel beim Adler-Salto gleich zwei Mal unfreiwillig absteigen müssen. Damit fehlten dem Team am "Königsgerät" mehr als drei Punkte, mit denen die Deutschen sogar um Bronze hätten mitkämpfen können. "Ich werde doch jetzt nicht einen Athleten niedermachen. Ich stärke den Jungs den Rücken, weil ich weiß, dass sie es drauf haben", reagierte Cheftrainer Andreas Hirsch. Er erkannte an, dass gerade die "Absteiger" Hambüchen und Juckel Minuten später am Boden nicht den "Kopf in den Sand gesteckt und sich hervorragend präsentiert" haben. Unmittelbar nach dem Reck-Ärger hatte er nur noch dem Team-Arzt zugeraunt: "Jetzt brauch' ich ein Bier und einen Schnaps."
Nicht zufrieden war auch Turn-Präsident Rainer Brechtken. "Ich will nichts schön reden. Wir haben eine Niederlage erlitten", meinte der DTB-Chef und gab zu: "Insgeheim habe ich auf Platz vier gehofft. Aber die Titelkämpfe haben auch gezeigt, dass wir ein großes Potenzial haben." Dabei bezog er sich vor allem auf das Junioren- Team, das völlig unerwartet im Mannschaftskampf den Top-Favoriten Russland bezwang. Das Abschneiden der jungen Garde verbreitete auf jeden Fall Hoffnung für die Olympischen Spiele in zwei Jahren in Peking.
Gut verkaufte sich das Männer-Team vor allem am Seitpferd, obwohl am Ende weniger Punkte zu Buche standen als noch zwei Tage zuvor in der Qualifikation. Am "Zittergerät" wurde die Höchstpunktzahl aller Teams eingefahren. Barren und Boden (jeweils 4.) liefen ansprechend, Nachholbedarf gibt es weiter an den Ringen und beim Sprung (jeweils 7.). Am Reck blieb nach der Pleitenserie nur der letzte Platz.
2000 Zuschauer im fast ausverkauften Nea Ionia Sport Complex erlebten ein Comeback der Russen, die nach sechs Jahren die Krone zurückeroberten. Mit 272,225 Punkten verhinderten sie souverän den "Hattrick" von Titelverteidiger Rumänien (270,325), der überraschend schon in der Qualifikation fast gestrauchelt wäre.
Eine erstklassige Vorstellung lieferten die deutschen Junioren mit dem Gewinn von weiteren zwei Titeln in Gerätefinals ab. Am Reck erkämpfte der Chemnitzer Max Finzel mit einer blitzsauberen Übung die Goldmedaille (14,975). Den Titel am Barren sicherte sich der Cottbuser Steve Woitalla (14,775), der zudem auch Silber am Boden und Bronze an den Ringen gewann. Damit ist der Lausitzer der erfolgreichste Turner der Titelkämpfe und trat in die Fußstapfen von Fabian Hambüchen, der vor zwei Jahren mit drei Titeln bei der Junioren-EM dominiert hatte.
(dpa) |
EM-Pleite für DTB-Riege: Hambüchen (Foto) stürzt erneut Deutsche im Finale auf Rang 7 |
06.05.06 Volos - Lange Gesichter bei Fabian Hambüchen und der kompletten Riege: Die deutschen Turner haben mit Platz sieben im Mannschafts-Wettbewerb der EM im griechischen Volos einen schweren Rückschlag einstecken müssen.
Einen Tag nach dem überraschenden ersten Titel der Junioren konnten die deutschen Männer ihren Aufwärtstrend der zurückliegenden Jahre im Finale der besten acht Teams Europas nicht fortsetzen und mussten ihre schlechteste Platzierung seit Einführung der Mannschaftswertung 1994 quittieren.
Der Sieg ging an die Riege aus Russland (272,225) vor Titelverteidiger Rumänien (270,325) und Weißrussland (268,975). Die Deutschen konnten mit 265,825 Punkten im Finale nur die Schweiz hinter sich lassen. "Ich habe zum Doc gesagt, jetzt brauch' ich ein Bier und einen Schnaps. Bis zum Reck lief alles in normalen Bahnen, aber dann haben wir die gute Ausgangsposition durch drei Individualfehler verspielt", meinte Chefcoach Andreas Hirsch.
Ausgerechnet "Leitwolf" Hambüchen konnte an seinem Spezialgerät nicht die erhofften Punkte sichern. Nach seinem Sturz beim Abgang, mit der er zwei Tage zuvor in der Qualifikation das Gerät-Finale verpasst hatte, patzte der 18-jährige Gymnasiast aus Wetzlar auch im Team-Wettkampf. Er verfehlte beim gestreckten Tkatschew-Flieger die Reckstange und landete auf dem Bauch. "Ganz klar wir haben am Reck die entscheidenden Punkte verloren. Die Übung muss einfach stabiler werden", ärgerte sich Fabian Hambüchen. "Natürlich wurmt ihn das. Aber wenn wir heute Abend analysiert haben, wo der Fehler lag, ist das Ding vergessen", sagte Vater Wolfgang Hambüchen, der keinen psychischen "Knacks" bei seinem Schützling befürchtet.
Viele kleinere Fehler auch an den anderen Geräten prägten den Auftritt des Quintetts, das unbedingt den sechsten Platz von vor zwei Jahren - damals noch ohne Hambüchen - verbessern wollte. Vor 2000 Zuschauern im Nea Ionia Sport Complex verlief schon der Start in den Wettkampf nicht optimal. Obwohl Thomas Andergassen (Stuttgart) am Seitpferd nicht wie in der Qualifikation vorzeitig absteigen musste, kam das Team nicht auf die Ausbeute der Vorrunde, weil sich bei allen Turnern kleinere Schwächen einschlichen.
Beim Sprung kostete Fabian Hambüchen ein Übertreten der Markierung gleich 0,3 Zähler, so dass bei Halbzeit schon nicht mehr als Platz sechs zu Buche stand. Am Barren überzeugte Finalist Hambüchen mit einer konzentrierten Leistung (15,250) ebenso wie am Boden (15,275), doch nach insgesamt drei Absteigern am Reck - der Cottbuser Robert Juckel musste am deutschen Paradegerät gleich zwei Mal unfreiwillig vom Gerät - war die deutsche Team-Pleite vorzeitig besiegelt.
Den deutschen Turnern bleibt noch die Hoffnung, in den Geräte-Finals einen besseren Eindruck zu hinterlassen. Für Hambüchen scheint bei optimalem Verlauf am Sprung eine Medaille möglich, am Barren gilt der Wetzlarer eher als Außenseiter. Zudem wollen Thomas Andergassen an den Ringen sowie Robert Juckel (Cottbus) und Eugen Spiridonov (Bous) am Seitpferd ihre Endkampfchancen nutzen.
(dpa) |
Cottbuser Juckel im Seitpferd-Finale Hambüchen enttäuscht beim EM-Auftakt am Reck |
05.05.06 Robert Juckel vom SC Cottbus Turnen hat bei den Turn-Europameisterschaften im griechischen Volos gestern Abend überraschend das Finale am Seitpferd erreicht.
Der 24-jährige Olympia-Teilnehmer belegte Platz vier und qualifizierte sich somit sicher für das Finale der besten Acht am Sonntag.
Mit der Männerriege des Deutschen Turner-Bundes (DTB) erreichte der amtierende deutsche Reck-Meister im Vorkampf Platz sechs und steht hier am Samstag im Mannschafts-Finale.
„Ich freue mich natürlich über meine Pferd-Leistung“, sagte Juckel. „Jetzt gilt es, am Sonntag diese Leistung zu wiederholen. Und dann werde ich sehe, was diese Übung wirklich wert ist“, so der Cottbuser, der sich auch im Mannschaftsfinale einiges ausrechnet.
„Die Stimmung ist gut, das ist wichtig. Ich glaube, da ist noch mehr möglich.“
Fabian Hambüchen dagegen verpatzte seine hochkarätige Reck-Übung und muss nun alle Hoffnungen auf eine Titelverteidigung ad acta legen. Fassungslos verfolgte Hambüchen die Übungen der Konkurrenten und konnte seine Tränen nicht unterdrücken. Da half ihm in der Stunde des Schmerzes auch nicht, dass er sich als Vierter erstmals bei einer internationalen Meisterschaft den Finaleinzug am Sprung und am Barren gesichert hatte.
Endkampfplätze erturnten neben Juckel und Hambüchen auch Thomas Andergassen (Stuttgart/Ringe) und Eugen Spiridonov (Bous) am Seitpferd.
„Das ist natürlich ganz, ganz bitter. Schon beim Kolman-Flieger kam er zu nah an die Reckstange, dieser Fehler hat die ganze Übung negativ beeinflusst“, urteilte sein Vater Wolfgang Hambüchen.
Auch am Boden stürzte sein Schützling beim Tsukahara am Ende der letzten Reihe und war ohne Endkampf-Chance.
Zuvor hatte Hambüchen jedoch erstmals das Finale am Sprung erreicht, obwohl er bei seinem Jurtschenko mit zweieinhalb Schrauben aus der Landezone übertrat und mit einem Abzug von 0,1 Punkten bestraft wurde. Im Mittel aus beiden Sprüngen kam er auf 16,350 Punkte und landete im Klassement auf dem vierten Platz. Damit darf sich der Wetzlarer durchaus an diesem Gerät Medaillen-Hoffnungen für den Sonntag ausrechnen. „Nichts ist unmöglich“, meinte Wolfgang Hambüchen: „Aber natürlich bin ich insgesamt leicht enttäuscht.“
In der Team-Konkurrenz darf die deutsche Riege nun das Ziel ins Auge fassen, den vor zwei Jahren in Ljubljana erreichten sechsten Platz zu verbessern.
(lr-online.de) |
Ärger über "falsche" Finals bestes Abschneiden seit 1994 |
05.05.06 Als die bitteren Tränen getrocknet waren, entlud sich bei Fabian Hambüchen der Frust über die Reck-Pleite in neuer Motivation: "Jetzt werde ich voll angreifen. Im Team-Wettbewerb haben wir nichts zu verlieren und auch im Sprung-Finale ist noch einiges möglich."
Bei den Turn-Europameisterschaften im griechischen Volos hatte der Gymnasiast aus Wetzlar erstmals seit zwei Jahren bei einer internationalen Meisterschaft das Finale am Reck verpasst und mit einem Sturz beim Abgang alle Träume von einer erfolgreichen Titelverteidigung begraben müssen.
"Ich war so platt, bin einfach zusammengebrochen. Ich bin eben ein normaler Mensch, keine Maschine", kommentierte der 18-Jährige mit etwas Abstand die bislang größte Enttäuschung seines noch jungen Sportlerlebens. So hoch waren seine Ziele gesteckt, nach dem Aufbau einer extrem schwierigen Übung und Klasseleistungen im Training hatten selbst die Betreuer an eine neuerliche Gold-Show des deutschen Hoffnungsträgers geglaubt. Starke Übungen am Sprung und am Barren, mit denen Hambüchen erstmals bei internationalen Titelkämpfen die Finals erreichte, verliehen ihm aber nicht die nötige Ruhe, um an seinem Spezialgerät fehlerfrei zu bleiben.
"Ich werde jetzt am Samstag im Team-Finale meine Übung mit allen Fliegern präsentieren. Die Konkurrenz soll sehen, dass sie auch künftig mit mir zu rechnen hat, auch wenn es diesmal nicht mit der Medaille geklappt hat", gab sich Hambüchen kämpferisch. "Am Barren geht wohl nicht mehr viel nach vorn. Aber am Sprung habe ich Reserven, da ist vielleicht sogar eine Medaille drin." Cheftrainer Andreas Hirsch zeigte sich nicht erfreut, dass Hambüchen seinen Reck- Frust schon am Boden ausließ, wo er beim Tsukahara am Ende überzog und nach Sturz gleichfalls mit hohen Abzügen belegt wurde. "Fabi hat zu viel gewollt. Aber er hat uns schon so oft gerettet, da darf er sich auch mal etwas erlauben. Aber der Boden-Abgang wird noch Thema eines Gesprächs sein", so der Berliner.
Da neben Hambüchen auch Thomas Andergassen (Stuttgart) an den Ringen sowie erstmals auch Robert Juckel (Cottbus) und Eugen Spiridonov (Bous) am Seitpferd die Geräte-Finals erreichten, durfte DTB-Chef Rainer Brechtken schon vorzeitig das beste EM-Abschneiden deutscher Turner seit 1994 konstatieren. "Die Entwicklung ist unverkennbar. Nur schade, dass unsere Leistungsträger die falschen Finals erreicht haben und es dort, wo wir uns Medaillenchancen ausgerechnet hatten, nicht geklappt hat", sagte Brechtken. Er verwies dabei auch auf Andergassen, der beim Weltcup in Cottbus noch Zweiter am Seitpferd war, in Volos aber seine hochkarätige Übung wieder einmal nicht durchturnen konnte.
"Irgendwie gibt es ein Phänomen, das ihn belastet", meinte Hirsch zu Andergassens offensichtlichen mentalen Problemen. Der Trainer bedauerte, dass Psychologe Hans-Dieter Hermann, der das Team in der Zeit nach Ronny Ziesmers folgenschwerem Sturz betreute, derzeit bei Jürgen Klinsmanns DFB-Team eingebunden ist. "Ich hoffe, dass wir nach der Fußball-WM wieder ins Gespräch kommen", so Hirsch. Für den Team- Medaillenkampf rechnet er mit einer weiteren Steigerung: "Da nehmen wir einige Risiken raus, um nicht wieder Riesenabzüge zu kassieren. Wenn sich alle total in den Dienst der Mannschaft stellen, werden wir besser abschneiden als vor zwei Jahren, als wir Sechster waren."
(dpa) |
Vom Spezialisten zum Generalisten Team ist nun gefordert |
04.05.06 Bei der EM steht für Fabian Hambüchen (Foto) nicht nur die Titelverteidigung am Reck an. Der "Turnprofessor" rechnet mit drei weiteren Finalchancen.
Für Fabian Hambüchen beginnt bei den Europameisterschaften im griechischen Volos ein neues Kapitel seiner Karriere.
Der Reck-Champion will nicht nur am "Königsgerät" seinen Titel verteidigen, sondern sucht auch an vier weiteren Geräten seine EM-Chance.
Erstmals turnt der deutsche Mehrkampf-Meister bei einem großen internationalen Championat (fast) einen kompletten Sechskampf.
"Viermal rechne ich mir schon gute Finalchancen aus", sagt der 18-Jährige vor den am Donnerstag beginnenden Titelkämpfen, bei denen er als Zugpferd des deutschen Quintetts auch auf Edelmetall in der Mannschafts-Wertung hoffen darf.
Nur am Seitpferd pausiert der Gymnasiast diesmal noch: "Fünf Geräte, das ist konditionell hart, aber da muss ich durch."
Der seit Jahresbeginn gültige neue Code de Pointage erhöht noch die körperlichen Belastungen für den Olympia-Siebten von Athen, denn die Übungen müssen nicht nur schwieriger sein als früher, sondern eben auch länger.
"Das ist eine gewaltige Umstellung für einen so jungen Turner", gibt Vater und Trainer Wolfgang Hambüchen zu bedenken.
Doch beim abschließenden Podiumstraining präsentierte sich sein Sohn am Reck derart souverän, dass man im deutschen Lager sicher ist, dass Hambüchen auch gegen seinen Erzrivalen, den griechischen Lokalmatadoren Vlasios Maras, bestehen kann.
Chefcoach Andreas Hirsch: "Fabians Übung ist Weltklasse, wenn er sie fehlerfrei bringt, ist alles möglich."
Mit Hilfe eines sogenannten "Pogorelow", einem Jägersalto aus dem Ellgriff mit ganzer Drehung, hat der "Turn-Professor" seinen Ausgangswert um 0,4 Punkte auf 6,6 Punkte erhöht, um im Vergleich zu dem Griechen und Weltmeister Aljaz Pegan aus Slowenien mit einem kleinen Polster in den Wettkampf gehen zu können.
"Es ist wichtig, sich von den anderen Turnern schon vom Ausgangswert her deutlich abzuheben", skizziert Hambüchen seine taktischen Überlegungen.
Für ein gutes Abschneiden in der Team-Konkurrenz wird allerdings nicht nur ein Hambüchen in Bestform, sondern eine deutliche Steigerung seiner Teamkollegen benötigt.
Hirsch nimmt daher heute seine Schützlinge um Kapitän Robert Juckel (Cottbus)in die Pflicht.
Das deutsche EM-Aufgebot: Fabian Hambüchen, Thomas Andergassen, Robert Juckel, Eugen Spiridonow, Robert Weber.
(sport1) |
Cottbuser Juckel will mit seinem Team ins EM-Finale Woitalla startet bei Junioren |
03.05.06 Wenn heute Abend im griechischen Volos die 28. Turn-Europameisterschaften der Männer offiziell eröffnet werden, gehören auch zwei Athleten vom SC Cottbus (SCC) zu den Hoffnungsträgern der Riegen des Deutschen Turner-Bundes (DTB). Während Robert Juckel die Senioren mit ins Mannschafts-Finale führen will, strebt Steve Woitalla bei seiner Junioren-EM-Premiere sogar eine Medaille mit dem Team an – und ein Einzelfinale.
Robert Juckel vom SC Cottbus will bei den Europameisterschaften für seine Mannschaftskollegen gute Übungen vorlegen.
Steve Woitalla hat in diesen Tagen gleich doppelten Grund zum Feiern: Morgen wird der Cottbuser 18 Jahre alt und nur einen Tag später geht er das erste Mal für Deutschland bei den Junioren-Europameisterschaften an den Start. «Da muss ich die Geburtstagsparty verschieben» , stellte er mit einem Lächeln vor der Abreise nach Volos fest. Am Montag ist der mehrfache deutsche Jugendmeister mit seinem Trainer Karsten Oelsch, den anderen Athleten und Bundestrainern in der Stadt am Mittelmeer eingetroffen. Heute steht das Podiumstraining an, bevor es am Freitag ernst wird.
Robert Juckel muss dagegen schon einen Tag eher ran. Bereits morgen geht es für ihn und seine Mannschaftskollegen Fabian Hambüchen, Thomas Andergassen, Eugen Spiridonov und Robert Weber um die Qualifikation für das Mannschaftsfinale am Samstag sowie die Gerätefinals am Sonntag. «Wir wollen mit der Mannschaft ins Finale» , definiert der 24-jährige Cottbuser das Ziel der Senioren-Riege. Dort dann unter die ersten Sechs zu kommen, ist für Cheftrainer Andreas Hirsch ein realistisches Vorhaben. «Aber wie schnell etwas schief gehen kann, hat man ja bei der Generalprobe gemerkt» , sagte er nach dem fehlerhaften Länderkampf am Samstag in Dessau.
Während die Patzer dort noch als Streichwerte abgehakt werden konnten, wären sie bei der EM ein K.O.-Kriterium: Fünf Athleten starten im Wettbewerb, drei am Gerät und drei kommen auch in die Wertung – das heißt, ein Fehler hätte schwer wiegende Folgen. Der Team-Wettkampf ist gleichzeitig die Qualifikation für die Gerätefinals. «Für mich sehe ich da aber kaum Finalchancen» , ist Robert Juckel wenig optimistisch. Höchstens am Pferd traue er sich den Sprung in den Endkampf zu, «aber nur, wenn ich gut durchkomme» .
Für ihn liegt die Priorität in Volos ganz klar auf der Mannschaft. «Am Reck will ich für Fabi eine gute Übung vorlegen und am Pferd für Thomas» , hat sich der amtierende Deutsche Meister am Reck vorgenommen.
Für Juckels SCC-Kollege Steve Woitalla ist eine Medaille für die Junioren das Ziel bei den europäischen Titelkämpfen. «Wenn wir fehlerfrei turnen und dann vielleicht noch ein Einzelfinale für mich herausspringt, wäre das die Krönung» , sagt der 17-Jährige, der sich zuletzt stets in guter Form präsentierte. Nach seinem Mehrkampfsieg beim U18-Traditionswettkampf im britischen Rushmore konnte er auch in Dessau überzeugen. Für ihn galt zudem, sich bei diesem letzten Test unter Wettkampfbedingungen auch mental auf die EM einzustimmen. «Der Wettbewerb war wichtig, um Nervosität abzubauen und Sicherheit zu kriegen» , so Woitalla, der in Volos an allen Geräten starten wird.
Denn Junioren-Coach Jens Milbradt bescheinigt seinem Schützling, sich in den vergangenen Monaten «zu einem stabilen Mehrkämpfer entwickelt» zu haben. «Bei ihm sehe ich ganz klar eine aufsteigende Tendenz» , sagt Milbradt. Und diese kann der Cottbuser nun in Griechenland erneut unter Beweis stellen.
(lr-online.de) |
Hambüchen reckt sich nach zweitem Titel Morgen beginnen die Europameisterschaften mit den Qualifikationen |
03.05.06 Sein erster Auftritt in Volos war ein "Knaller", nach dem gelungenen Podiumstraining "reckt" sich Fabian Hambüchen in der Hafenstadt an der Ägäis nach seinem zweiten Titel. Seit den Turn-Weltmeisterschaften in Melbourne hat der Titelverteidiger aus Wetzlar seine Reck-Übung immer weiter aufgestockt. Mit einem Ausgangswert von 6,6 Punkten ist er vor den Europameisterschaften nun auf einem Niveau angekommen, mit dem kaum noch einer der Konkurrenten mithalten kann.
"Eine 6,6 hat bisher nur der Australier Damian Istria geschafft. Aber nun gilt es, die Übung sauber zu präsentieren, damit die Abzüge so gering wie möglich sind", meinte Vater Wolfgang Hambüchen. Kann sein Schützling die Übung wiederholen, die ihm beim einzigen offiziellen Training an den EM-Geräten gelang, gilt er wieder als ganz heißer Titel-Aspirant.
"Ganz klar, dat war ein Knaller", sagte der 18-jährige Gymnasiast aus Wetzlar nach der Präsentation seiner perfekten Übung, in die er mit dem Pogorelow - einem Jägersalto aus dem Ellgriff mit ganzer Drehung - noch ein viertes Flugelement eingebaut hat. Der Ausgangswert erhöht sich damit um 0,4 Punkte und liegt deutlich über dem von Weltmeister Aljaz Pegan (Slowenien) und dem des zweimaligen Europa-Champion Vlasios Maras, den Cheftrainer Andreas Hirsch wegen des Heimvorteils des Griechen diesmal als Haupt-Gegner einschätzt.
Doch Hambüchen weiß: Training ist Training und Wettkampf ist Wettkampf. "Ich darf das nicht überbewerten. Erstmal gilt es, am Donnerstag mit einer sicheren Übung ins Finale einzuziehen. Deshalb werde ich vielleicht im Vorkampf noch eine Drehung weglassen", meinte der Gymnasiast, der trotz der umfangreichen Trainingsbelastungen auch beim Abitur im Zeitplan liegt. "Nach der WM hatte er erstmal sechs Wochen zu tun, um wieder den Anschluss zu finden. Aber jetzt ist er wieder voll auf Kurs", sagte der Vater. Auf Kurs, das heißt für Fabian, das Abitur im Sommer 2007 unter Dach und Fach zu bringen, um sich dann ein Jahr lang intensiv auf die Olympischen Spiele 2008 in Peking vorbereiten zu können.
Einen Tag vor dem Abflug nach Volos hatte Chefcoach Hirsch den deutschen Hoffnungsträger noch mit einem Anruf überrascht. "Hä? 'Ich soll Ringe turnen', habe ich ihm erwidert", berichtete Hambüchen. "Aber ich fand das toll. Und ich hoffe, ich kann der Mannschaft helfen", fügte er hinzu. Die Ringe galten bisher neben dem Seitpferd als Schwachstelle beim Champion. Nun soll Hambüchen an fünf Geräten zum Punktebringer für das Team werden. "Vieles läuft jetzt in Richtung Mehrkampf, den ich bei der WM im Oktober unbedingt angehen will", meinte der "Turn-Professor" und verhehlte auch nicht, dass die neuen Wertungsvorschriften dieses Vorhaben durchaus unterstützen.
Andreas Hirsch legt die Priorität bei den Meisterschaften, bei denen erstmals keine Mehrkampf-Medaillen vergeben werden, eindeutig auf die Mannschaft. Nach dem Einzug ins olympische Team-Finale von Athen soll nun der Aufwind durch eine Top-6-Platzierung untermauert werden. "Wichtig ist, erstmal in das Finale der besten Acht zu kommen, denn es gibt in Europa mindestens neun starke Mannschaften", sagte der Berliner. Bei der WM dieses Jahres in Aarhus geht es schon um eine Vor-Qualifikation von 24 Teams, ehe sich dann bei der WM 2007 in Stuttgart die besten zwölf Mannschaften für Peking qualifizieren.
(dpa) |
Deutschland siegt beim Länderkampf Reserven auf dem Weg zur EM |
01.05.06 Deutschlands Turner haben in Dessau den Sieg beim Länderkampf gegen Italien und Tschechien in einem mitreißenden Endspurt noch aus dem Feuer gerissen.
Die DTB-Riege (357,45 Punkte) hatte am Ende jedoch nur 0,3 Zähler Vorsprung vor den Italienern (357,15). Die Tschechen (332,75) landeten abgeschlagen auf dem dritten Platz.
Den Erfolg hatte Deutschland Fabian Hambüchen zu verdanken. Der Reck-Europameister erreichte mit 91,400 Punkten das mit Abstand beste Mehrkampfergebnis und sorgte mit seiner Reckübung, für die er 16,20 Punkte erhielt, für den krönenden Schlusspunkt.
Doch von einer gelungenen Generalprobe für die Europameisterschaft in Volos (Griechenland) wollte Bundestrainer Andreas Hirsch nicht sprechen. «Die Jungs haben die Trainingsleistung nicht annähernd unter Wettkampfbedingungen umsetzen können. So einen extrem schlechten Seitpferd-Durchgang haben wir in der kompletten Vorbereitung nicht hingelegt», erklärte Hirsch.
Nur der Cottbusser Robert Juckel zog seine Übung durch. Eugen Spiridonov, Robert Weber, Thomas Andergassen und selbst Hambüchen mussten wenigstens einmal absteigen. Spiridonov patzte außerdem am Boden und beim Sprung, bei dem der sonst so stabile Mehrkämpfer für seinen versuchten Kasamatsu eine «0» turnte, die aber beim Länderkampf nur Streichwert war.
«Bei der EM sind wir mit einem Nuller weg vom Fenster, denn dort gibt es keine Streichwerte. Der Länderkampf war unheimlich wichtig. Wir werden auch in Volos im Mannschaftswettkampf nicht ohne Fehler davonkommen. Wichtig ist jedoch, wie die Mannschaft dann reagiert. Mit so einer Moral wie in Dessau können wir bei der EM im Teamwettbewerb wieder unter die ersten Sechs kommen», gewann der Bundestrainer dem Länderkampf, bei dem nur Hambüchen EM-Form nachweisen konnte, auch positive Seiten ab.
(dpa) |
Cottbuser Robert Juckel sichert sich Ticket für die EM Generalprobe beim Länderkampf in Dessau |
28.04.06 Der Cottbuser Robert Juckel geht bei den Turn-Europameisterschaften im griechischen Volos (4. bis 7. Mai) an den Start.
Bundestrainer Andreas Hirsch hat den 24-Jährigen gemeinsam mit Reck-Titelverteidiger Fabian Hambüchen (Wetzlar), Eugen Spiridonov (Bous), Thomas Andergassen (Stuttgart), und Robert Weber (Hannover) für die Riege des Deutschen Turner-Bundes (DTB) nominiert.
Christian Berczes (Halle) hat damit den Sprung ins Team verpasst. «Die Auswahl ist uns nicht leicht gefallen» , sagte Andreas Hirsch gestern der RUNDSCHAU. Morgen stellen sich die EM-Teilnehmer in Dessau der Generalprobe. Beim Länderkampf gegen Tschechien und Italien ergänzt Thomas Taranu (Straubenhardt) die DTB-Auswahl. «Der Wettkampf dient der Formierung der Mannschaft für die Titelkämpfe» , sagte Hirsch. Juckel wird in Sachsen-Anhalt bis auf den Barren alle Geräte turnen. Hambüchen und Spiridonov starten als Sechskämpfer.
Auch Juckels Teamkollege vom SC Cottbus, Steve Woitalla (Foto), tritt morgen zum Länderkampf an. Der 17-Jährige geht in Dessau und nächste Woche in Volos für die DTB-Junioren an den Start. (lr-online.de) mehr über den Länderkampf bei: GYMmedia |
Turnländerkampfe gegen Italien und Tschechien DTB-Teams mit Robert Juckel unbd Steve Woitalla |
27.04.06 Nach vielen hochkarätigen Turn-Veranstaltungen und zwei Jahre nach dem letzten Vergleich ist Dessau am Samstag (29. April) wieder einmal Austragungsort eines Länderkampfes im Männer-Turnen. Erneut wird es mehr als ein freundschaftlicher Vergleich werden, denn so kurz vor der EM zählen für Athleten und Trainer nur Ergebnisse.
Auch DTB-Cheftrainer Andreas Hirsch wird daher in Dessau in Bestbesetzung, also mit dem EM-Team, auflaufen. „Für uns ist der Wettkampf die letzte Bestandsaufnahme vor den Europameisterschaften – hier treten die an, die es in Griechenland richten sollen“, erläutert der Trainer die Marschroute. Wichtigster Eckpfeiler soll dabei wieder Fabian Hambüchen sein. Der Europameister zeigte in diesem Jahr schon bei zwei Turnieren seine bestechende Frühform. Wer den 18-jährigen Wetzlarer kennt, der ahnt wie motiviert er in Dessau zu Werke gehen wird. Schließlich steht nur wenige Tage später sein EM-Titel am Reck auf dem Spiel.
Stark war zuletzt auch Thomas Andergassen. Dem Stuttgarter war beim Worldcup in Cottbus der „Befreiungsschlag“ gelungen. Man darf gespannt sein, wohin den 26-Jährigen das neue Selbstvertrauen in Dessau tragen wird. Ebenfalls bereits gut in Schuss ist Eugen Spiridonov, der Mehrkämpfer sprang in Cottbus weit nach vorne und will nun an seine starke WM-Form anknüpfen. Neben diesen setzt Hirsch außerdem auf den Cottbuser Robert Juckel, der sich nach seiner Verletzung wieder an das Team heranarbeitet. Robert Weber, Thomas Taranu und Christian Bersces kämpfen hingegen noch um einen Platz im Team für Dessau und für die EM. Bis Mittwoch soll hier eine Entscheidung fallen.
An die möglichen Gegner verschwendet der 47-jährige Hirsch hingegen kaum Gedanken. „Ich erwarte die Italiener als total stabile Mannschaft, ansonsten konzentrieren wir uns auf uns“, so der Berliner.
Los geht's am Samstag um 14:00 Uhr in der Anhalt Arena.
Die Teams:
Deutschland: Fabian Hambüchen, Thomas Andergassen, Eugen Spiridonov, Robert Juckel, der fünfte Teilnehmer ist noch unklar.
Italien: Matteo Angiolett, Alberto Busnari, Igor Cassina, Andrea Copollino, Enrico Pozzo, Paolo Ottavi.
Tschechien: David Vyoral, Martin Vlk, Martin Konecny, Michal Boltnar, Martin Ruzicka.
(dtb)
Inzwischen steht auch Deutschlands Junioren-Riege fest:
Auswahltrainer Jens Milbradt hat mit den Turnern Max Finzel, Brian Gladow, Helge Liebrich und dem zuletzt in Rushmore (GBR) Länderkampf-Besten Steve Woitalla aus Cottbus, sowie die beiden Chemnitzern Andreas Bretschneider und Michael Stumpf das Team nominiert.
Die Entscheidung um die sechste Position fiel am Mittwoch im Turncamp Kienbaum zwischen den beiden Chemnitzern Michael Stumpf und Tilo Steinbach zu Gunsten des ersteren Turners...
Die Junioren-Aufgebote:
ITALIEN:
- Giorgio FANARA; - Andrea CINGOLANI; - Paolo PRINCIPI; - Lorenzo TAMA; - Tommaso FRIGERIO
TSCHECHISCHE REPUBLIK
- Jakub PAVLÍK; - Jakub SUCHÁNEK; - Richard BRÁBLÍK; - Jindřich PANSKÝ; - Jiří BOMER |
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SCC-AKTUELL
Kinder stark machen:
"Turnen ist in"
Die Turn-Talentschule Lausitz: eine Initiative von T.I.C. und dem SC Cottbus Turnen e.V.
klicken Sie doch mal rein !
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Wir stehen für einen sauberen Sport!
Für einen fairen Wettkampf, in dem der Beste gewinnt und der Verlierer die Leistung seines Bezwingers respektiert.
NADA - Nationale Antidoping Agentur |